Brabschütz


Brabschütz entstand im 11./12. Jahrhundert als slawischer Rundling und wurde 1349 erstmals im Lehnsbuch Friedrich des Strengen erwähnt. Der Ortsname, der vermutlich vom Namen des Dorfgründers abgeleitet wurde, wechselte mehrfach von Praczschicz über Bratschitz und Preczsch zu Prabschütz, bevor am 8. August 1905 die heute gültige Schreibweise für verbindlich erklärt wurde. Brabschütz gehörte ursprünglich als Lehen der Familie Podemitz bzw. zum Gauernitzer Rittergut, bevor der Ort 1547 unmittelbares Amtsdorf wurde. Neben der Landwirtschaft betrieben die Bewohner schon immer etwas Wein- und Obstbau.

Nach 1945 schlossen sich die Bauern des Dorfes zur LPG “Zschoner Höhe” zusammen, die später der LPG Tierproduktion “Karl Marx” angeschlossen wurde. Bereits 1950 waren die Nachbarorte Merbitz, Podemus und Rennersdorf als Ortsteile angegliedert worden. 1994 vereinigte sich Brabschütz mit Mobschatz und kam im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1999 als Stadtteil zu Dresden.

Sehenswert ist der gut erhaltene Dorfplatz von Brabschütz mit einem kleinen Teich, der noch deutlich die Form des Rundlings slawischer Herkunft erkennen lässt. Bemerkenswert sind die Gehöfte Nr. 1, 2 und 8, an denen sich verschiedene Inschriften erhalten haben. Das Gut Nr. 8 war bereits seit 1630 im Besitz der Familie Kürbis, die zu den ältesten Bauernfamilien der Umgebung gehört. Interessant ist auch das unter Denkmalschutz stehende Gut Nr. 10 mit großem Hoftor und Wappenstein von 1790.

 

Gasthof Brabschütz:

Der Gasthof in der Nähe des Dorfplatzes geht in seiner Geschichte auf den Reiheschank zurück, der in Brabschütz wie in vielen Orten des Umlandes noch bis ins 19. Jahrhundert üblich war. Demnach hatte jeder Bauer abwechselnd das Recht, Bier zu brauen und an seine Nachbarn zu verkaufen. Erst 1827 entstand eine feste Schankstätte, die zunächst nur im Nebenerwerb durch den Dorfschmied bewirtschaftet wurde. Der Brabschützer Gasthof wurde deshalb später auch als Gaststätte “Zur alten Schmiede” bezeichnet. Zuletzt als Konsum-Gaststätte betrieben, schloss das Lokal nach 1990 seine Pforten und steht heute in ruinösem Zustand leer.

 

Schulhaus Brabschütz:

Im Jahr 1857 schloss sich Brabschütz mit seinen Nachbarorten Leuteritz, Merbitz, Podemus und Rennersdorf zu einer Schulgemeinde zusammen, um den langen und beschwerlichen Schulweg nach Briesnitz zu vermeiden. Für die Kinder der genannten Dörfer entstand dafür ein eigenes Schulhaus im Ort.

Nachdem dieses zu klein geworden war, entschloss man sich um 1910 für einen Neubau am Dorfausgang in Richtung Mobschatz. Nach Plänen des Architekten Franz aus Dresden und des Cossebauder Baumeisters Säurig entstand ein moderner Bau mit zwei Klassenzimmern, Lehrerwohnung, Bibliothek und Wannenbad. Das neue Schulhaus wurde am 14. 10. 1914 feierlich eingeweiht und wurde noch bis 1960 als Grundschule genutzt. Später richtete die Gemeinde die Räume als Verwaltungssitz und Kindergarten des Ortes ein (Foto).

  Schulfreunde wiederfinden!

Weiterführende Literatur und Quellen

Brabschützer Nachrichten

24. Dezember 2011: Das seit Jahren lange leer stehende und verfallene Gebäude der früheren Gaststätte „Alte Schmiede“ wird derzeit zum Wohnhaus umgebaut. Geplant sind vier Wohnungen. Beim Bau müssen auch Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden.

19. April 2011: Am Donnerstag“ wird auf dem Brabschützer Kinderspielplatz „Am Schwarm“ eine Elsbeere gepflanzt. Diese relativ unbekannte Gehölzart ist „Baum des Jahres 2011“ und wurde von der Ortschaft Mobschatz gespendet.
 

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