Rennersdorf wurde 1378 erstmals im Verzeichnis der Orte des Amtes Dresden als
Reymarstorf erwähnt. Der Ortsname geht auf einen Lokator Reinhard zurück, der den Ort vermutlich im Zusammenhang mit der fränkischen Besiedlung im 12. Jh. gründete.
Das Dorf bestand nur aus wenigen Gehöften und unterstand dem bischöflichen Amt in Briesnitz. Älteste nachgewiesene Bauernfamilie ist die Familie Sohrmann, die bereits
1564 im Ort lebte. Neben Ackerbau und Viehzucht betrieben die Bewohner auch Obstbau, der sich im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Erwerbszweig entwickelte.
Zu den tragischen Ereignissen der Dorfgeschichte gehört der Brand des Frostschen Gutes am 16. Juni 1838. Durch Blitzschlag waren Scheune und Wohnhaus in Brand geraten und wurden völlig zerstört. Die im Haus lebende Eva
Rosine Frost kam dabei ums Leben. An das Ereignis erinnert eine Gedenktafel am Haus. Im Zusammenhang mit dem
Deutsch-Französischen Krieg ließen die späteren Besitzer dieses Gutes im Garten ein Denkmal aufstellen, welches an den 1870 bei St. Privat gefallenen Sohn Friedrich Moritz Frost erinnerte. 1857 schloss sich Rennersdorf der Schulgemeinde Brabschütz an, für die in Brabschütz ein neues Schulhaus entstand.
In Rennersdorf selbst existierte zeitweise eine Ziegelei, deren Gebäude nach 1945 zum Technikstützpunkt der LPG
umgebaut wurden. In diesem Zusammenhang entstanden auch einige neue Wohnhäuser, denen nach 1990 weitere
Gebäude folgten. 1929 ließ ein Fleischermeister unweit des Ortes im Lotzebachtal einen kleinen Eisteich anlegen, der
im Sommer zur Kühlung seiner Waren diente. Diese natürliche Kühleisgewinnung wurde noch bis 1957 praktiziert. In
jüngster Zeit entwickelte sich Rennersdorf zum Wohnvorort von Dresden. Der bereits seit 1950 zur Nachbargemeinde Brabschütz gehörende Ort kam 1994 zu Mobschatz und am 1. Januar 1999 zur Landeshauptstadt. Foto: Der Rennersdorfer Eisteich im Lotzebachtal Silbergrund:
Der Taleinschnitt befand sich früher zwischen Rennersdorf und Oberwartha. Im 17. Jh. wurde in diesem Tal nach
Kupfer, Silber und Gold geschürft, allerdings ohne Erfolg. An die Bergbauversuche erinnerte noch bis in die 20er Jahre
ein Mundloch im Silbergrund, an dem der Besitzer des Klostergutes Oberwartha eine Gedenktafel anbringen ließ:
“In dem hier befindlichen Stollen grub Johann Heinrich Rudolph, der damalige Besitzer Oberwarthas in den Jahren 1694-1698 nach Kupfer, Silber und Gold”.
1927 wurde der Silbergrund durch den Bau des Stausees von Oberwartha mit einem Damm abgeriegelt und überflutet. Bis heute ist dieser Stausee Teil des Pumpspeicherwerkes von Niederwartha. |