Oberwartha


Oberwartha wurde im Jahr 1266 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zu diesem Zeitpunkt dem Bischof von Meißen. Diese waren auch Begründer des Weinbaus um Cossebaude, der neben der Landwirtschaft wichtigster Wirtschaftszweig des Ortes war. Mittelpunkt der Ansiedlung war das Klostergut. Erst 1501 wurden die Oberwarthaer Fluren an die Dorfbewohner aufgeteilt. 1708 entstand in Oberwartha eine heute verschwundene Windmühle.

Das Klostergut, welches als Rittergut auch nach der Reformation weiter bestand, wechselte mehrfach seine Besitzer und gehörte seit dem 19. Jh. bürgerlichen Familien. Von diesen war der Dresdner Kaufmann Fritz Arndt für die Entwicklung des Ortes von Bedeutung. Arndt setzte sich für die Bebauung der Oberwarthaer Fluren mit Villen ein, um so den Zuzug wohlhabender Kreise zu fördern. So entwickelte sich nach 1900 eine Villenkolonie an den Elbhängen. 1907 entstand sogar ein Kurhaus, welches u. a. von König Friedrich August III. besucht wurde. Das frühere Bauerndorf entwickelte sich so immer stärker zum Dresdner Wohnvorort. Zur besseren Erschließung des Gebietes war 1912 sogar der Bau einer Zahnradbahn zwischen Oberwartha und dem Elbtal geplant, welche jedoch bedingt durch den Ersten Weltkrieg nicht realisiert wurde.

1928 begann unweit des Ortes der Bau des oberen Stausees für das neue Pumpspeicherwerk Niederwartha, wobei der Silbergrund geflutet wurde. Weitere Wohnsiedlungen entstanden in den 20er und 30er Jahren. Das Klostergut bestand noch bis 1945 und wurde dann im Zuge der Bodenreform enteignet. Zuletzt diente es einer LPG als Stützpunkt. 1994 kam Oberwartha als Ortsteil zu Cossebaude und wurde mit diesem gemeinsam am 1. Juli 1997 nach Dresden eingemeindet.

 

Klostergut:

Das Klostergut Oberwartha entstand vermutlich zeitgleich mit dem Ort und war ursprünglich im Besitz der Meißner Bischöfe. 1507 kam es an den Lehnsherren Ganzauge, dem später die Ritter Schiewitz von Schiewitzhofen folgten. Das Gut war Mittelpunkt einer landwirtschaftlichen Wirtschaft und zugleich Zentrum des Ortes. Im 19. Jh. folgten bürgerliche Familien als neue Eigentümer. Zunächst im Besitz eines G. Vogt erwarb 1885 der Dresdner Kaufmann Fritz Arndt das Gut. Arndt war neben seiner beruflichen Tätigkeit zugleich Vorsitzender des Dresdner Kunstvereins und ließ die Gutsgebäude 1898 umbauen. Um 1900 war das Klostergut Oberwartha ein Treffpunkt der Dresdner Kunstfreunde. Arndt setzte sich auch für die Entwicklung des Dorfes zu einem Villenvorort ein.

Das Klostergut befand sich bis 1945 in Privatbesitz, wurde jedoch durch die Bodenreform enteignet und kam in staatlichen Besitz. Bis in die 70er Jahre wurden die Gebäude von einer LPG genutzt und verfielen immer mehr. Zuletzt diente das frühere Klostergut als Wohnhaus, bevor die Gebäude baupolizeilich gesperrt werden mussten. Auch nach 1990 scheiterten bislang alle Pläne, das denkmalgeschützte Anwesen einer neuen Nutzung zuzuführen, so dass das Gut bis heute in ruinösem Zustand leer steht.

 

Oberwarthaer Nachrichten

4. Januar 2012: Dendrologische Untersuchungen durch Wissenschaftler der Forsthochschule Tharandt haben das Alter der Dorflinde am Fritz-Arndt-Platz auf 300 und 400 Jahre bestimmt. Dafür wurden geometrische und schalltomografische Messungen durchgeführt, da eine vollständige Jahresringbestimmung wegen des hohlen Stamms nicht möglich war.

2. Dezember 2011: Die früher als Ausflugsgaststätte und Ferienlager genutzte Schlossvilla Osterberg wird derzeit zum Wohnhaus mit mehreren Luxuswohnungen umgebaut. Das seit 1994 leer stehende Gebäude war 2008 von der Immobiliengesellschaft USD erworben und im Anschluss saniert worden.

  Feinste Christollen

25. Oktober 2011: Die Bierallee im Tännichtgrund bei Oberwartha kann nach Abschluss der Bauarbeiten wieder von Wanderern genutzt werden. Der Weg war zuvor von Mitarbeitern des Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerks Dresden mit einer neuen Wegdecke versehen worden. Im kommenden Jahr ist noch die Pflanzung von Alleebäumen geplant

2. Oktober 2011: Die Buslinien 91 und 93 erhalten zum Fahrplanwechsel neue Taktzeiten. Künftig werden beide Linien auch am Abend und am Wochenende jeweils im 2-Stunden-Takt fahren. Das erweiterte Angebot kommt damit sowohl den Anwohnern als auch Ausflüglern entgegen.

17. Juni 2011: An der Unkersdorfer Straße soll ein Funkmast für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste errichtet werden. Zunächst sollen jedoch eventuelle negative Folgen für die Bevölkerung im Umfeld des Mastes geprüft werden.

4. April 2011: Mit Übergabe der ersten zwölf Wohnungen in der Scheune des ehemaligen Klostergutes wurde der erste Bauabschnitt beendet. Bereits im Dezember waren die ersten neuen Bewohner eingezogen. Für die Zukunft ist nun der Ausbau des Herrenhauses zu Wohnzwecken geplant. Außerdem könnte hier eine kleine Gaststätte entstehen.
 

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