Das Gebiet um den heutigen Stadtteil Stetzsch war bereits in der Ur- und Frühgeschichte
besiedelt und gehört zu den ältesten Siedlungsräumen im Dresdner Elbtal. Bedeutende Funde wurden nach 1900 an der Flurgrenze zu Mobschatz gemacht, woran noch der Straßenname Am Urnenfeld erinnert. Später siedelten sich hier Slawen an, die das kleine Bauerndorf
gründeten, welches 1266 erstmals als “Steiz” urkundlich erwähnt wurde. Der Name ist vom sorbischen Wort staja = Stall, Gehöft abgeleitet. Stetzsch unterstand bis 1559 dem
bischöflichen Dingstuhl zu Briesnitz und kam dann an das Amt Dresden. Zwischen 1568 und 1828 waren die ansässigen Bauern dem Kammergut Ostra dienstverpflichtet.
Der eigentliche Dorfanger besteht nur aus der kurzen Gasse Altstetzsch am Elbufer und war einst mit einer Plänermauer umgeben. Die Siedlung wurde durch Schutzdämme gegen die häufigen Elbehochwasser gesichert, da
Stetzsch mit nur 103 m ü. NN der tiefstgelegene Punkt im Stadtgebiet ist. Trotz dieser Maßnahmen wurde der Ort häufig überschwemmt, so in den Jahren 1784 und 1845 sowie zuletzt 2002. Schwere Flurschäden entstanden auch
während des Siebenjährigen Krieges, in dem die bewaldeten Talhänge zum Bau von Befestigungen fast völlig abgeholzt wurden. 1856 zerstörte ein Dorfbrand einen Teil des Ortes. Bis ins 19. Jahrhundert dominierte die
Landwirtschaft, an die noch einige Bauernhöfe in Altstetzsch erinnern (Fotos). Die Fluren des Dorfes waren ab 1667
Jagdrevier des Kurprinzen, was immer wieder zu Konflikten zwischen Landesherr und Dorfgemeinschaft führte. Ab 1737 gab es auch eine Elbfähre nach Kaditz, welche erst 1959 stillgelegt wurde. Nach dem Bau der Dresden - Berliner Eisenbahn über Stetzscher Flur erhielt
Stetzsch 1875 Bahnanschluss, was zu einem schnellen Anstieg der Einwohnerzahl führte. Schrittweise wurde die Landwirtschaft durch Gartenbaubetriebe, Baufirmen
und Kleingewerbe abgelöst. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche neue Mietshäuser an der Meißner Landstraße errichtet. Am 1. April 1921 kam der Ort zu Dresden. Nach der Eingemeindung entstand 1926/27 im Auftrag des
Allgemeinen Sächsischen Siedlerverbands eine Holzhaussiedlung an der Flensburger Straße. Die 11 Doppel- und sieben Vierfamilienhäuser mit insgesamt 50 Wohnungen wurden von der Niedersedlitzer
Firma Höntsch & Co. gebaut und stehen seit 1991 unter Denkmalschutz.
Schule:
Das erste Schulhaus entstand 1878 für den Schulverband Stetzsch - Mobschatz. Nachdem dieses zu klein geworden war, wurde unmittelbar daneben ein größerer
Schulneubau errichtet. Das Gebäude wurde nach 1945 von der 77. POS genutzt, die zu DDR-Zeiten nach einem kommunistischen Widerstandskämpfer den Namen
“Oswald Rentzsch” erhielt. Heute nutzt die 77. Grundschule “An den Seegärten” das Gebäude. Elbebad: Nach dem Vorbild anderer Elbanlieger errichtete die Gemeinde Stetzsch 1914 unterhalb des Dorfkerns eine Elbebad
mit zwei großen Gemeinschaftsbassins und hölzernen Umkleidekabinen. Das Elbebahnen-Bad Stetzsch war in den Sommermonaten zwischen Juni und September geöffnet und wurde auch von den Bewohnern aus Briesnitz und
Kemnitz gern besucht. Trotz des guten Zuspruchs musste das Stetzscher Elbebad Ende der Zwanziger Jahre aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Weiterführende Literatur und Quellen
Stetzscher Nachrichten 6. Dezember 2010:
Auf dem Gelände einer früheren Gärtnerei an der Flensburger Straße 23-29 entstehen künftig acht Ein- und Zweifamilienhäuser. Die kleine Wohnanlage soll bereits 2011 bezogen werden. |
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