Heinz-Steyer-Stadion






Das heutige Heinz-Steyer-Stadion entstand nach dem Ersten Weltkrieg auf den Wiesen des früheren Ostravorwerks und wurde am 12. Oktober 1919 eingeweiht. Bereits nach seiner Gründung 1898 hatte der Dresdner Sportclub (DSC) hier sein Trainingsgelände, musste jedoch auf Weisung der sächsischen Regierung ab 1900 auf andere Flächen ausweichen. Erst nach Abschluss eines dauerhaften Pachtvertrages konnte mit dem Bau einer festen Spielstätte begonnen werden. Das neue Gelände bestand aus einer großen Fußballwiese, zwei Laufbahnen, Anlagen für Hoch- und Weitsprung sowie einer 42 Meter langen Zuschauertribüne. Außerdem gab es Nebenplätze für den Trainingsbetrieb, Umkleidekabinen und ein Vereinsheim.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Stadion vom DSC für Pokal- und Meisterschaftsspiele genutzt. Selbst Länderspiele fanden hier statt, so am 5. Mai 1921 gegen Österreich und am 28. September 1930 gegen Ungarn. Zwei Jahre zuvor war nach einem Brand des Klubheims mit einer Modernisierung der Anlagen begonnen worden. In dieser Zeit erhielt das Stadion die Steintribüne mit Casino (Foto) sowie neue Holztribünen und Traversen.

Das weithin sichtbare Oval im Ostragehege diente während des Luftangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 als Hauptorientierungspunkt der Bomberverbände, wurde selbst jedoch nur wenig beschädigt. In den ersten Nachkriegsjahren spielten hier die Fußballer der als Nachfolgeverein des DSC gegründeten SG Friedrichstadt. Nachdem diese 1950 fast geschlossen die DDR verließen, übernahm kurzzeitig die Mannschaft der Volkspolizei (später SG Dynamo Dresden) das Stadion. 1954 gründete sich der SC Einheit Dresden, der hier sein Trainingsgelände hatte. Das Stadion selbst erhielt den Namen des Dresdner Arbeitersportlers Heinz Steyer (1909-1944), der in den Zwanziger Jahren der KPD beitrat. Von den Nationalsozialisten wurde er nach Verbüßung einer Haftstrafe in das Strafbataillon 999 versetzt und 1944 in Griechenland wegen Hochverrats erschossen.

Im Heinz-Steyer-Stadion fanden nun regelmäßig sportliche Großveranstaltungen statt, darunter Großfeld- Handballturniere, Wettbewerbe im Turnierangeln und die Zielankunft der Friedensfahrt. Nach dem Einbau einer modernen Tartanbahn 1972 gab es hier bis zur Wende alljährlich das “Goldene Oval” mit Leichtathleten aus aller Welt. Insgesamt wurden dabei 13 Weltrekorde erzielt. Auch die letzte DDR-Leichtathletikmeisterschaft 1990 fand im Ostragehege statt. Heute nutzen u.a. die Fußballer des nach der Wende wiedergegründeten DSC 1898 e.V. das Areal. Nachdem der Bau eines modernen WM-tauglichen Stadions zur Fußball-WM 2006 scheiterte, ist nun eine schrittweise Umgestaltung des Sportgeländes geplant.

 


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