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Innerer Matthäusfriedhof: Der Innere Matthäusfriedhof wurde 1725 als evangelischer Friedhof der damals noch
Neustadt-Ostra genannten späteren Friedrichstadt angelegt. Grund war die Herauslösung der Vorstadt aus ihrer bisherigen Zugehörigkeit zur Briesnitzer bzw. zur Annenkirche und der geplante
Bau eines eigenen Gotteshauses. Entsprechend der sozialen Struktur des Viertels entstanden hier fast ausschließlich schlichte Gräber. An der westlichen Umfassungsmauer sind noch Reste einer
früheren Schwibbogengruft erhalten. Da auf dem gleichen Grundstück 1730 die Matthäuskirche entstand, wurde auf eine Friedhofskapelle verzichtet. Hinter der Kirche befindet sich ein hölzerner freistehender Glockenturm
(Foto).
Zu den hier beigesetzten Persönlichkeiten gehören neben einigen Friedrichstädter Unternehmerfamilien der Ingenieur
Johann Andreas Schubert, Konstrukteur der ersten deutschen Dampflokomotive und Erbauer der Göltzschtalbrücke,
sowie der Schöpfer des “Fürstenzuges” Wilhelm Walther. Einige Grabdenkmale aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen
unter Schutz. Da der Innere Matthäusfriedhof um 1875 nicht mehr ausreichte, entstand an der Bremer Straße der heute kaum noch genutzte Äußere Matthäusfriedhof. Bedeutende Grabstätten:
Grabstätte |
Todesjahr |
Standort* |
Diakon Felgenhauer, Gründer der Real- und Armenschule Friedrichstadt |
1787 |
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Familiengrabstätte Schmid - Hohlfeld - Manitius, Grabplastik von F. A. Ullrich |
1804 |
D 16.2-3 |
Carl Samuel Wilhelm Heinze, Seilermeister, Gerichtsschöppe der Friedrichstadt |
1836 |
B 3./4.2J |
Heinrich Wilhelm Dursthoff, Gründer der Preßhefe- und Kornspiritusfabrik Bramsch |
1837 |
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Johann Andreas Schubert, Ingenieur, Professor an der TH |
1870 |
W 62 |
Karl Wilhelm Clauss, Gründer der Technischen Lehranstalt, Erfinder des “hitzefrei” an den sächsischen Schulen |
1894 |
B 6.1-3 |
J. K. Ernst Wauer, Pfarrer der Matthäuskirche |
1901 |
W 63 |
Wilhelm Walther, Professor an der Kunstakademie, Schöpfer des Fürstenzuges |
1913 |
C 6.8 |
Fritz Reinhold & Anna Kiefer, Kaufmann; Grabkreuz von Friedrich Press |
1932/1956 |
N 1.3 |
Carl Ludwig Großmann, Museumsdirektor |
1946 |
D 10.5-6 |
Familiengrabstätte Bramsch, Unternehmer (Spirituosenfabrik Bramsch) |
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Familiengrabstätte König, Sandsteinplastik “Trauernde” von H. Pohlmann |
1891/93 |
W 54 |
Familiengrabstätte Schlechter, Lebkuchenhersteller |
1890-1966 |
W 55 |
Familiengrabstätte Reissig - Hofmann - Paul, klassizist. Säulengrab Anfang 19. Jh. |
1761-1915 |
C 5.5. |
* Die Buchstaben kennzeichnen die entsprechenden Gräberfelder des Friedhofs. Gräber mit der Kennzeichnung “W” sind Wandgräber.
Die erwähnten Wandgrabstellen befinden sich sämtlich an der östlichen Friedhofsmauer (Grenze zum Krankenhausgelände)
Äußerer Matthäusfriedhof: Nach Einrichtung des Friedrichstädter Krankenhauses im Marcolinipalais umd dem weiteren Ausbau der Vorstadt erwies
sich der alte Matthäusfriedhof als zu klein. Deshalb wurde an einem in westlicher Richtung führenden Weg (heute Bremer
Straße) 1851 der Äußere Matthäusfriedhof angelegt. Das benötigte Grundstück war zuvor aus dem Ostravorwerk herausgelöst worden. 1861 entstand nach Plänen von Carl Adolf Canzler eine im neugotischen Stil gestaltete
Parentationshalle mit Kapelle. Drei Jahre später machte sich eine erste, 1880 eine zweite Erweiterung des Friedhofes
erforderlich. 1905 folgte schließlich ein zweigeschossiges Wohn- und Verwaltungsgebäude mit Friedhofsgärtnerei an der Bremer Straße. Gleichzeitig wurde der Friedhof mit einer massiven Mauer abgeschlossen.
Neben einigen künstlerisch bemerkenswerten Wandgräbern befinden sich auch mehrere Gemeinschaftsgräber bzw. -denkmale auf dem Äußeren Matthäusfriedhof. Diese erinnern an während der Zweiten Weltkriegs ums Leben
gekommene sowjetische Kriegsgefangene sowie an deutsche Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Ein Granitstein kennzeichnet das Grab des 1933 im KZ Hohnstein ermordeten Widerstandskämpfers Emerich Ambros. Eine
weitere Grabstelle birgt die sterblichen Überreste der Opfer des ersten Luftangriffs auf Dresden vom 12. Oktober 1944.
Diese wurden vier Tage später unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Beisein von Gauleiter Mutschmann in einem
Gemeinschaftsgrab beigesetzt. In den letzten Jahren wurde der Äußere Matthäusfriedhof kaum noch genutzt, so dass weite Teile heute nicht mehr mit Grabstätten belegt sind. |
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