Die heutige Fritz-Löffler-Straße wurde 1868 als Verlängerung der Prager Straße
angelegt und stellte die Verbindung zwischen Innenstadt und den sich entwickelnden südlichen Vorstädten her. 1871 erhielt sie den Namen Reichsstraße und blieb bis zur
Zerstörung 1945 Hauptgeschäftsstraße der Südvorstadt. Das Straßenbild prägten mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser, Hotels und Verwaltungsgebäude (Foto).
Am Reichsplatz errichtete 1883/84 die amerikanische Gemeinde “St. John” die 1945 zerstörte Amerikanische Kirche.
Ab 1883 verkehrte die Pferdebahn über die Reichsstraße bis zur Reichenbachstraße, bevor 1896 auf elektrischen Betrieb
umgestellt wurde. Eine Besonderheit war in den Anfangsjahren der Antrieb über eine unterirdische Stromzuführung ohne Oberleitung, um die empfindlichen technischen Geräte der Technischen Hochschule am Bismarckplatz nicht zu stören.
Zwei Jahre später verschwand am Nordende der Reichsstraße der Bahnübergang, nachdem im Zusammenhang mit dem Bau des Hauptbahnhofes der Eisenbahnverkehr auf Hochgleise verlegt worden war. 1945 wurde die komplette Bebauung der Reichsstraße - mit Ausnahme der Russisch-Orthodoxen Kirche - vollständig zerstört. Während die Ostseite nach
der Enttrümmerung zunächst unbebaut blieb, entstanden auf der gegenüber liegenden Straßenseite 1953/55 Studentenwohnheime für die Technische Universität (Architekt Prof. Rauda - Foto)
. Interessant ist der an den Fassaden zu findende plastische Schmuck im Stil der damaligen Zeit. Schöpfer dieser Reliefs waren Reinhold Langner und Wilhelm Lachnit. 1966/68 folgte ein deutlich
moderner gestalteter Neubau vorrangig für ausländische Studierende (Nr. 12-14). 1983 errichtete man auf der gegenüberliegenden Straßenseite zehngeschossige Wohnhochhäuser.
Bereits in den 60er Jahren war die frühere Reichsstraße in Juri-Gagarin-Straße umbenannt worden. Mit dieser
Namensgebung sollte an den Fliegerkosmonauten Juri Gagarin (1934-1968) erinnert werden, der am 12. April 1961 als
erster Mensch ins Weltall startete. 1993 erhielt die Straße ihren jetzigen Namen. Fritz Löffler (1899-1988) verfasste als
Kunsthistoriker zahlreiche Werke zur Dresdner Kunst- und Architekturgeschichte und erwarb sich als Bewahrer der
historischen Bausubstanz der Stadt bleibende Verdienste. Auch der an der Kreuzung mit der Bergstraße gelegene ehemalige Reichsplatz trägt heute seinen Namen. |