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Die Ende des 19. Jahrhunderts angelegte Ackermannstraße verbindet den Strehlener Platz mit dem Stadtteil Zschertnitz. Ab 1902 verkehrte hier auch die Straßenbahn bis zur Räcknitzhöhe. Die meisten Gebäude entstanden noch vor dem Ersten Weltkrieg. Teile der Bebauung fielen jedoch 1945 dem Luftangriff zum Opfer und wurden später durch Neubauten ersetzt. Ihren Namen erhielt die Ackermannstraße nach dem Politiker Karl Gustav Ackermann (1820-1901). Der studierte Jurist war ab 1849 beim sächsischen Finanzministerium als Finazprokurator angestellt und gehörte ab 1853 dem Stadtverordneten- Kollegium an. Für seine Verdienste als langjähriger Stadtverordnetenvorsteher erhielt Ackermann 1878 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dresden verliehen.
Nach vollständiger Zerstörung der vorhandenen Bebauung vom Ende des 19. Jahrhunderts entstanden 1954 bis 1960 an der Andreas-Schubert-Straße Neubauten für die Hochschule für Verkehrswesen (Foto) . Heute wird der Gebäudekomplex von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) genutzt. Weitere Baulücken konnten nach 1990 geschlossen werden. 2006 wurde ein moderner Bibliotheksneubau der Hochschule eingeweiht. Die Bayreuther Straße entstand um 1900 bei der Erweiterung der Südvorstadt in Richtung Plauen und wurde nach der durch Richard Wagner bekannten Festspielstadt Bayreuth benannt. Wegen der Häufung “bayrischer” Straßennamen wurde dieses Gebiet früher auch umgangssprachlich “Bayrisches Viertel” genannt. Im Gegensatz zu den Hauptstraßen dominierten an der Bayreuther Straße Villen und mehrgeschossige Gruppenhäuser in unterschiedlichen Stilformen. Bewohner waren neben Fabrikanten und höheren Beamten auch Professoren der TU, Diplomaten und wohlhabende Pensionäre. Im Haus Bayreuther Straße 29 besaß der Maler Otto Dix seine Wohnung. Zahlreiche Gebäude der Bayreuther Straße fielen 1945 den Bomben zum Opfer. An ihre Stelle traten Wohnblocks und Baracken der Technischen Universität. 1982 wurde mit Unterstützung schwedischer Christen ein Neubau für die kriegszerstörte Zionskirche eingeweiht. Die Bayrische Straße wurde als Bismarckstraße parallel zur 1848 eröffneten Strecke der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn angelegt und war auch Standort des zunächst nur aus einer einfachen Halle bestehenden Böhmischen Bahnhofes. Nachdem dieser bereits wenige Jahre später nicht mehr den Anforderungen genügte, entstand 1864 ein größerer Neubau im Neorenaissancestil. 1898 wurde dieser schließlich durch den Hauptbahnhof ersetzt, dessen ausgedehnte Gleisanlagen bis heute die gesamte Nordseite der Straße einnehmen. Nach Zerstörung sämtlicher Gebäude benannte man die frühere Bismarckstraße in der Nachkriegszeit in Bayrische Straße um. Bedingt durch die Bahnhofsnähe gab es hier einst zahlreiche Hotels und Pensionen. Bekanntestes war das Hotel “Continental” (später Hotel Höritzsch), welches in der Gebäudegruppe Bismarckstraße 16-18 untergebracht war. Auch im Haus Nr. 20 befand sich mit dem “Regina- Hotel” eine Übernachtungsstätte. Nach Schließung des “Continental” richtete Hitlers Geheimpolizei Gestapo hier ihr Dresdner Hauptquartier ein. Hunderte Menschen wurden in dem Gebäude während der Nazizeit bei Verhören mißhandelt und ermordet. Auch die Deportation der jüdischen Einwohner Dresdens bereitete man hier vor. Die Budapester Straße entstand in ihrer heutigen Form als Hauptverkehrsmagistrale erst nach dem Zweiten Weltkrieg. In ihrem Verlauf folgt sie im wesentlichen der alten Plauenschen Chaussee, welche Mitte des 19. Jahrhunderts ausgebaut und nach der Stadt Chemnitz benannt wurde. Zu den ersten Gebäuden gehörten die 1836 eröffnete Blindenanstalt sowie die ein Jahr später entstandene Gehörlosenschule. Der Dresdner Generalbebauungsplan von 1859 erlaubte zwischen Chemnitzer Straße und Albertbahn die Ansiedlung von gewerblichen Unternehmen, was in den Folgejahren zur Gründung zahlreicher Betriebe (u. a. Feldschlößchenbrauerei, Zigarettenfabrik “Sulima”, Lingnerwerke) führte.
Als Abschluss des Wiederaufbaus der Südvorstadt entstand 1973-74 parallel zur Budapester Straße eine aus mehreren Gebäuden bestehende Wohnzeile mit ca. 1000 Wohnungen. An der Giebelfront des elfgeschossigen Kopfbaus erinnerte bis zur Sanierung der Häuser nach 1990 ein Wandbild an das 25. Jubiläum der DDR-Gründung. Seit 1998 befindet sich in einem modernen Neubaukomplex auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Dresdner Arbeitsamt (Foto) . Unweit davon lädt das “Stammhaus Feldschlösschen” mit Großgaststätte und einem Museum zur Dresdner Brauereigeschichte zum Besuch ein. Weitere Grundstücke werden bis zu Gegenwart gewerblich genutzt. “Margon”-Haus: Zu den markantesten Gebäuden gehört das 1960 für den damaligen Wirtschaftsrat des Bezirkes Dresden errichtete Bürohochhaus Budapester Straße 5, welches wegen seiner Leuchtwerbung auch als “Margon”-Haus bekannt ist. Die Leuchtreklame befand sich ursprünglich am Hotel “Excelsior” auf der Prager Straße und wurde nach dessen Abriss 1967 umgesetzt. 1999 erfolgte eine umfassende Sanierung des Gebäudes, wobei auch die unter Denkmalschutz stehende ”Margon”-Werbung erneuert wurde. Im Haus haben heute verschiedene Firmen ihre Büros. Die Egon-Erwin-Kisch-Straße entstand 1928 im Wohnviertel am Beutlerpark und wurde bis Mitte der Dreißiger Jahre mit Einfamilienhäusern bebaut. Ursprünglich war sie nach dem deutschen Großkaufmann Adolph Woermann benannt, der um 1890 an der Kolonialisierung Deutsch-Südwestafrikas (heute Namibia) beteiligt war. Nach 1945 erhielt die Woermannstraße ihren heutigen Namen. Der Journalist Egon Erwin Kisch (1885-1948) gilt als Begründer der literarischen Reportage und wurde als “rasender Reporter” international bekannt. Die Einsteinstraße im südöstlichen Teil der Südvorstadt wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg angelegt und hieß vor 1945 Radetzkystraße. Joseph Graf von Radetzky (1766-1858) stand als Feldmarschall in den Diensten des österreichischen Kaisers und war u. a. an der Niederschlagung der Revolution von 1848/49 in Italien beteiligt. Nach Überbauung des südlich des Zelleschen Weges gelegenen Straßenabschnitts erfolgte in den 50er Jahren die Umbenennung des Reststücks in Einsteinstraße. Albert Einstein (1879-1955) ist vor allem als Begründer der Relativitätstheorie bekannt und erhielt für seine Verdienste um die Quantenphysik 1921 den Nobelpreis. Das Straßenbild prägen in den Zwanziger Jahren errichtete Einfamilienhäuser. Hier befindet sich auch das Gemeindehaus der evangelischen Lukaskirchgemeinde
Fotos: Gemeindehaus der Lukaskirchgemeinde (links) - Villa Einsteinstraße 3 (rechts) Die Erlweinstraße entstand nach dem Ersten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem Bau von Siedlungshäusern zwischen Reichenbachstraße und Zelleschem Weg. Der Name erinnert an den Dresdner Stadtbaurat Hans Erlwein (1872-1914). Neben Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden entwarf Erlwein auch das Gasometer in Reick sowie das Italienische Dörfchen. Noch heute sind zahlreiche Bauwerke seiner Hand in verschiedenen Stadteilen erhalten geblieben.
Foto: Blick in die Erlweinstraße Die 1866 angelegte und zunächst Kurze Straße genannte Feldschlößchenstraße erhielt 1874 ihren heutigen Namen nach der nahegelegenen Feldschlößchenbrauerei. In diesem Areal entlang der Bahnlinie siedelten sich nach 1870 zahlreiche gewerbliche Unternehmen an. Die nach dem amerikanischen Politiker Benjamin Franklin (1706-1790) benannte Franklinstraße wurde Ende des 19.
Jahrhunderts angelegt und bis 1900 mit Mehrfamilienhäusern bebaut. Zugleich bildete sie den östlichen Abschluss des
dichtbebauten “Amerikanischen Viertels”. Fast alle Gebäude wurden 1945 zerstört und später abgerissen. Im erhaltenen Eckhaus zur Reichenbachstraße befand sich zeitweise eine Postfiliale.
Foto: Reichenbachstraße / Ecke Franklinstraße Der bis 1946 Sedanplatz genannte Verkehrsknotenpunkt an der Kreuzung Bergstraße / Zellescher Weg erhielt seinen heutigen Namen Fritz-Foerster-Platz nach einem an der Technischen Hochschule tätigen Professor. Fritz Foerster (1866-1932) war ab 1898 außerordentlicher Professor für Elektrochemie und übernahm 1917 das Amt des Rektors der TH. Sein Forschungslabor an der Schnorrstraße, in den Zwanziger Jahren Zentrum der elektrochemischen Lehre und Forschung in Deutschland, wurde 1945 zerstört. Nach Foerster ist auch der 1926 eingeweihte Bau des Chemischen Instituts der TU benannt.
Markantestes Gebäude am Fritz-Foerster-Platz ist der 1913 von Martin Dülfer für die Technische Hochschule
errichtete Beyer-Bau mit seinem Observatoriumsturm. Ursprünglich sollte das Gebäude Teil eines größeren Lehrkomplexes sein, welcher
jedoch bedingt durch den Ersten Weltkrieg nicht fertiggestellt werden konnte. Lediglich das Bauingenieurs- Gebäude wurde von
Dülfer bis Kriegsbeginn vollendet. 1921 nahm man die Bauarbeiten wieder auf, entschloss sich jedoch aus wirtschaftlichen Gründen für eine deutliche Reduzierung der Pläne. Die im Zusammenhang mit dem Bau des Schweizer Viertels angelegte Gartenstraße verlief bis 1945 parallel zur Bergstraße und verband Kaitzer und Bernhardstraße. Die nach 1945 in Offenbachstraße umbenannte Straße wurde nach dem Abbruch der Ruinen überbaut und ist heute nicht mehr vorhanden. Seit 1940 befand sich in der Gartenstraße 4 das Gemeindehaus der Reformierten Kirche mit einer Hausorgel der Firma Jehmlich. Das Grundstück blieb auch nach 1945 zunächst im Besitz der Religionsgemeinschaft und wurde erst 1960 gegen das noch heute genutzte Hofgärtnerhaus an der Brühlschen Terrasse getauscht. Die um 1900 angelegte und nach dem Ersten Weltkrieg verlängerte Geinitzstraße verdankt ihren Namen dem Geologen Hans Bruno Geinitz (1814-1900). Geinitz verfasste zahlreiche Schriften zur Mineralogie und Geologie und war ab 1857 Leiter des Mineralogischen Museums. Zuletzt wohnte er auf der Lindenaustraße in der Südvorstadt. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof. Seit 1979 lädt auf der Geinitzstraße das beliebte Eiscafé Jähnig zum Besuch ein (Nr. 16).
Die George-Bähr-Straße entstand kurz nach 1900 und verbindet den Münchner Platz mit dem Fritz-Förster-Platz. Ihren Namen erhielt sie nach dem Dresdner Ratszimmermeister und Erbauer der Frauenkirche George Bähr (1666-1738). Neben dem 1902-07 errichteten Landgericht prägen vor allem Lehrgebäude der TU das Straßenbild. Außerdem entstanden hier einige Mietshäuser. Erhalten blieb u.a. das 1900 fertiggestellte Gebäude George-Bähr-Straße 20, errichtet vom Architektenbüro Sommerschuh & Rumpel, mit historisierender Jugendstilfassade. Weitere Häuser dieser Wohnhausgruppe fielen 1945 den Bomben zum Opfer. Im Haus George-Bähr-Straße 4 wohnte in den Zwanziger Jahren der deutsch-jüdische Politiker Peter Blachstein. Blachstein gehörte nach 1945 der SPD-Bundestagsfraktion an und war zeitweise deutscher Botschafter in Jugoslawien. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Willy Brandt. Als Georg-Wrba-Straße wird seit 1994 der östliche Teil der Schnorrstraße bezeichnet, der in den 50er Jahren beim Bau eines Studentenwohnheims vom übrigen Straßenabschnitt getrennt worden war. Georg Wrba (1872-1939), Bildhauer und Professor der Kunstakademie, schuf u. a. den “Rathausesel” am Ratskellereingang, den Aphroditebrunnen am Friedrich-List-Platz und den Europabrunnen in Blasewitz.
Ebenso wie die meisten Straßen der Umgebung wurde auch die Gutzkowstraße bis zur Jahrhundertwende mit Wohnhäusern bebaut. In den Hinterhöfen gab es zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe. U.a. hatte hier ab 1886 die Zigarettenfabrik Hugo Zietz ihren Stammsitz. Das Unternehmen befand sich auf dem Grundstück Gutzkowstraße 27 und wurde aus Platzgründen 1909 in die neu errichtete “Yenidze” verlegt. Von den Wohnhäusern der Gutzkowstraße überstand keines die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Erhalten blieb lediglich die Ruine der 1890 eröffneten 8. Bürgerschule. Das Gebäude wurde in der Nachkriegszeit notdürftig repariert und diente seitdem als Lager einer Papierfabrik. 1999 erfolgte unter Einbeziehung der verbliebenen Bausubstanz ein Umbau für gewerbliche Zwecke. Gegenüber entstand in den 50er Jahren ein Wohnheim für Studenten der TU (Foto) . Hier befindet sich mit dem “Gutzkow-Club” auch Dresdens ältester Studentenclub.
Die Bezeichnung Hahnebergstraße erinnert an eine heute kaum noch wahrnehmbare Erhebung in der Nähe der Kreuzung Schweizer/ Budapester Straße. Der Name dieses Höhenzuges hat nichts mit dem Geflügel zu tun, sondern ist von “Hayn” (Hainberg) abgeleitet. Hier entwickelte sich bereits um 1450 ein kleines Gewerbegebiet, zu dem u.a. eine 1491 erwähnte Gießerei gehörte. Unweit davon befand sich eine Windmühle, welche jedoch bereits 1571 demontiert und per Schiff nach Torgau verbracht wurde. Nach dem Eisenbahnbau siedelten sich an der Hahnebergstraße verschiedene Unternehmen an.
Die Hauffstraße, eine kleine Nebenstraße der Reichenbachstraße in der Nähe der Lukaskirche wurde in den 30er Jahren im Zusammenhang mit dem Bau einer Eigenheimsiedlung angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Märchendichter Wilhelm Hauff (1802-1827). Die Helmholtzstraße im “Universitätsviertel” am Münchner Platz entstand um 1900. Mit der Namensgebung soll an den Physiker Hermann von Helmholtz (1821-1894) erinnert werden, der u. a. das Gesetz von der Erhaltung der Energie entdeckte. Helmholtz befasste sich auch mit Fragen der Optik und Akustik und erfand den Augenspiegel. Die Henriette-Heber-Straße am Neubau des Dresdner Arbeitsamtes wurde erst 1998 angelegt. Mit der Namensgebung wird an die frühere Leiterin der Armen-Arbeits-Anstalt Henriette Heber (1795-1869) erinnert. Sie gründete 1840 den “Verein für Arbeit und Arbeiternachweisung” und führte damit die erste öffentliche Arbeitsvermittlung in Dresden ein. Auch die Hettnerstraße wurde kurz nach 1900 beim Ausbau der Südvorstadt und des neuen Hochschulviertels angelegt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Kunsthistoriker Hermann Hettner (1821-1882), der ab 1854 als Direktor der Antikensammlung in Dresden tätig war. 1868 übernahm er zugleich die Leitung der Rüstkammer und war ab 1869 Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte am Polytechnikum. Hettners Grab auf dem Alten Annenfriedhof blieb bis heute erhalten und wurde 1983 zu einer Gedenkstätte für bedeutende Wissenschaftler der TH umgestaltet. Die heutige Hochschulstraße entstand 1871 im Zusammenhang mit dem Bau des “Amerikanischen Viertels” und erhielt in Erinnerung an die Schlacht von Sedan im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 den Namen Sedanstraße. Ursprünglich verlief in diesem Gebiet die alte Landstraße nach Dippoldiswalde, die nach dem Bau der Bergstraße 1840 und der Reichsstraße ihre Verkehrsbedeutung verlor. An der Kreuzung Hochschul- / Schnorrstraße befand sich noch bis 1870 Schreibers Gärtnerei mit ihrem Rosengarten. Diese musste ebenso wie der einst in diesem Bereich verlaufende Landgraben der Neubebauung weichen. Im Gegensatz zum westlich dieser Straßen gelegenen “Schweizer Viertel” erfolgte an der Sedanstraße eine geschlossene Bebauung mit meist viergeschossigen Mietshäusern. Die Fassaden wurden mit Sandsteinornamenten in historischen Baustilen verziert, um das Repräsentationsbedürfnis der Bauherren zu unterstreichen. Im Haus Nr. 4 wohnte zwischen 1891 und 1894 der spätere Dresdner Oberbürgermeister Otto Beutler. Neben Wohnhäusern gab es hier bis zur Zerstörung 1945 auch einige öffentliche Gebäude, unter anderem die 19. Volksschule. In der Häusergruppe Sedanstraße 7-9 befand sich das renommierte Hotel Savoy-Albertshof mit seinem Konzert- und Tanzsaal. Sämtliche Bauten wurden 1945 zerstört.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Hotelbetrieb eingestellt und das Haus zum Lazarett umgewandelt. Im “Genesungsheim des Roten Kreuzes Savoy-Hotel Kurbad Albertshof” fanden nun bis zum Kriegsende verwundete Soldaten Aufnahme. 1919 versuchte man, an die Tradition der Vorkriegszeit anzuknüpfen, allerdings ohne Erfolg. Deshalb wurden die Hotelzimmer wenig später in Büroräume umgewandelt. Das Restaurant im Erdgeschoss existierte noch bis Mitte der Dreißiger Jahre. 1945 fiel das frühere Savoy-Hotel den Bomben zum Opfer. Die um 1870 entstandene Hübnerstraße im Schweizer Viertels verdankt ihren Namen dem Historien- und Porträtmaler Julius Hübner (1806-1882), der ab 1839 an der Dresdner Kunstakademie tätig war. 1871 übernahm er auch das Amt des Direktors der Gemäldegalerie. Nach dem Beschluss zum weiteren Ausbau der Südvorstadt in Richtung Plauen und Räcknitz wurde die Hübnerstraße um 1900 bis zum Münchner Platz verlängert.
Auch die Villa Hübnerstraße 12 überstand die Zerstörung ohne größere Schäden. Hier lebte nach 1945 der Komponist Willy Kehrer (1902-1976), der gelegentliche Hauskonzerte gab und als Klavierlehrer tätig war. Nach seinem Tod befand sich in den Räumen bis 2004 das Willy-Kehrer-Archiv mit dem umfangreichen Nachlass des Künstlers. Außerdem gibt es auf der Hübnerstraße gleich drei Einkehrstätten: das libanesische Restaurant “Sindbad” im Haus Nr. 13, die im Keller des gleichen Gebäudes befindliche Szenekneipe “Campus” und das vor allem bei Studenten beliebte “Hübner´s” an der Ecke zur Nürnberger Straße. Die Kellstraße wurde 1896 im Zusammenhang mit dem Bau des Zentralgüterbahnhof Altstadt angelegt und nach dem Geheimen Finanzrat Karl Hermann Kell (1820-1888) benannt. Kell war als leitender Ingenieur beim Bau der Elstertal- und der Gölzschtalbrücke beteiligt und gehörte ab 1885 dem sächsischen Finanzministerium an. Die Kunadstraße, eine kurze Querstraße zwischen Zwickauer Straße und Bahnanlagen, erinnert an die früher hier gelegene Kunadmühle. Diese wurde vom Weißeritzmühlgraben angetrieben und um 1570 als “Lorentz Kunadts Müll”, später als “Kunatin Mühl” bezeichnet. Ab 1569 befand sie sich im Besitz von Kurfürst August. Später wechselte die Kunadmühle mehrfach ihre Besitzer und verfiel 1894 dem Abbruch. An ihrer Stelle errichtete man Verwaltungsgebäude der Staatsbahn sowie die “Posthalterei”, das spätere Dresdner Bahnpostamt. Die Leonhard-Frank-Straße wurde Ende der Zwanziger Jahre angelegt und bis zum Kriegsbeginn mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebaut. In einem dieser Häuser wohnte der als Dokumentarist des alten Dresdens bekannt gewordene Fotograf Walter Hahn. Beim letzten Angriff auf die Stadt am 17. April 1945 wurde sein Haus von einer Brandbombe getroffen. Hahn konnte sich jedoch retten und später auch Teile seiner wertvollen Negativsammlung aus den Trümmern bergen. Bis in die Nachkriegszeit trug die Straße den Namen Godeffroystraße. Benannt wurde sie nach dem Hamburger Großkaufmann Godeffroy, der Ende des 19. Jahrhunderts an der deutschen Kolonialisierung im Pazifikraum beteiligt war. 1962 erhielt sie den Namen des Schriftstellers Leonhard Frank (1882-1961), welcher verschiedene Novellen und Romane schrieb. Der nach dem Reformpolitiker und früheren sächsischen Minister Bernhard von Lindenau (1779-1854) benannte Lindenauplatz entstand nach Verabschiedung eines Bebauungsplanes für das Areal südlich der Bahnlinie und sollte das dichtbebaute Wohnviertel auflockern. Um den Platz standen mehrgeschossige Mietshäuser, die die mit Ruhebänken und Rabatten gestaltete Grünfläche umgaben. Sämtliche Gebäude fielen 1945 den Bomben zum Opfer. In den Jahren zwischen 1951-53 befand sich hier ein zentraler Stützpunkt der Trümmerbahnen, welche nicht mehr verwendungsfähiges Material zur Trümmerkippe nach Gostritz bzw. Prohlis verbrachten. Der Lindenauplatz selbst wurde 1974/76 mit den Neubaublocks der Uhlandstraße überbaut und ist heute nicht mehr in den Stadtplänen verzeichnet.
Foto: Wohnhäuser am Lindenauplatz um 1910 Auch die Lindenaustraße, welche vor dem Zweiten Weltkrieg bis zur Uhlandstraße führte, erhielt ihren Namen nach Bernhard von Lindenau (1779-1854). Der an der Erarbeitung der ersten liberalen Verfassung Sachsens beteiligte Politiker übernahm 1831 den Vorsitz des Gesamtministeriums und war viele Jahre auch als Generaldirektor der königlichen Sammlungen in Dresden tätig. 1848 gehörte er der Deutschen Nationalversammlung an. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden an der Lindenaustraße Villen und Mietshäuser, die sämtlich im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Im Haus Lindenaustraße 23 wohnte zeitweise der Maler Ernst Ludwig Kirchner, Mitglied der Künstlergruppe “Brücke”. Die Ende der Zwanziger Jahre angelegte Ludwig-Ermold-Straße, eine kurze Verbindung zwischen Zelleschem Weg und Beutlerpark, trug vor 1945 den Namen Wißmannstraße. Herrmann von Wißmann war als Reichskommissar und Gouverneur von Deutsch-Ostafrika (Tansania) an der Kolonialisierung der Region beteiligt und ließ 1888/89 einen Aufstand gewaltsam niederschlagen. In der Nachkriegszeit wurde die Straße nach dem Opernsänger Ludwig Ermold (1883-1949) benannt. Ermold gehörte einige Jahre dem Ensemble der Hofoper an und wirkte 1911 als “Baron Ochs auf Lerchenau” in der Uraufführung des “Rosenkavaliers” mit. Die Lukasstraße sowie der angrenzende Lukasplatz wurden kurz vor 1900 im Zusammenhang mit dem Bau der Lukaskirche angelegt und entsprechend benannt. Hier befand sich auch das zur Kirche gehörende Gemeindehaus mit Pfarramt, welches heute nur noch als Ruine erhalten geblieben ist. Ein Wiederaufbau zum Seniorenheim ist vorgesehen. Weitere Grundstücke wurden in den letzten Jahren mit modernen Wohnhäusern und einem Ärztehaus bebaut. An der Außenmauer der Lukaskirche ist ein mittelalterliches Sühnekreuz zu sehen. Dieses befand sich bis 1880 an der alten Landstraße nach Dippoldiswalde und wurde dann im Zuge von Baumaßnahmen umgesetzt.
Die Max-Liebermann-Straße in der Nähe des Beutlerparks erinnert an den deutschen Maler und Grafiker Max Liebermann (1847-1935), der durch seine vom Impressionismus beeinflussten Bilder mit Alltagsszenen und Darstellungen des Arbeitslebens bekannt wurde. Zwischen 1920 und 1933 war er Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Vor 1945 wurde die Straße Lüderitzstraße genannt. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hatte 1883 an der Küste Südwestafrikas einen Landstreifen erworben, der ab 1884 unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika erste Kolonie des Deutschen Reiches wurde. Das Gebiet um die nach ihm benannte Stadt Lüderitz (heute Namibia) ist vor allem als Diamantenfundort von Bedeutung. Die Münchner Straße entstand 1899 als zweite große Hauptachse der Südvorstadt. Entgegen ursprünglichen Planungen entschloss man sich zu einem großzügen Ausbau mit geteilten Fahrbahnen, separater Gleistrasse der Straßenbahn und einem gärtnerisch gestaltenen Mittelstreifen. Zu beiden Seiten errichtete die Dresdner Baugesellschaft Wohn- und Geschäftshäuser, zum Teil in geschlossener Bebauung, teilweise auch als “Gruppenhäuser”. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden bis 1930 die noch verbliebenen Freiflächen bis zur Nöthnitzer Straße mit einer genossenschaftlichen Siedlung des Bauvereins Gartenheim bebaut. Architekt dieser Wohnanlage zwischen Münchner-, Georg-Schumann- und Regensburger Straße war Paul Beck. Im Haus Münchner Straße 18 besaß bis 1945 der Dresdner Kunstprofessor Paul Rößler sein Atelier. Von Rößler stammen zahlreiche Innenraumgestaltungen, u.a. für die Striesener Versöhnungskirche, den Ratskeller und das “Italienische Dörfchen”. Auch die letzte große Restaurierung der Frauenkirche vor der Zerstörung 1945 erfolgte unter seiner Leitung. Obwohl zahlreiche Gebäude, vor allem im unteren Teil der Münchner Straße, im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, lassen die verbliebenen Wohnhäuser bis heute die künstlerisch anspruchsvolle Gestaltung der Entstehungszeit erkennen. Viele Fassaden weisen Schmuckformen im Jugendstil auf. Einige Baulücken wurden nach 1960 geschlossen. Die Nossener Straße wurde in Verlängerung der Nürnberger Straße angelegt und stellte über die 1889 errichtete Hohenzollernbrücke die Verbindung in Richtung Löbtau her. Beiderseits der Straße befanden sich bis 1945 gewerbliche Anlagen, darunter auch die Gebäude der Lingner-Werke. 1960/64 wurde die Straße deutlich verbreitert und in die neue “Brücke der Jugend” einbezogen. Seit 1991 wird diese Brücke ebenso wie der angrenzende Straßenabschnitt amtlich als Nossener Brücke bezeichnet. Wenig später entstand an der Südseite das Bürogebäude “Drei-Brücken-Haus”.
Foto: Das “Drei-Brücken-Haus” an der Nossener / Ecke Chemnitzer Straße Der Nürnberger Platz wurde 1899 als Zentrum eines neuen Stadtviertels angelegt und in Reverenz an die fränkische Metropole Nürnberg benannt. Um den kreisförmigen Platz entstanden repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser, welche oft Jugendstilformen aufwiesen. Hier trafen auch die Straßenbahnlinien nach Plauen (Münchner Platz) und zum “Nürnberger Ei” aufeinander. Im Haus Nr. 5 hatte ab 1927 der Verein jüdischer Studenten in Dresden seinen Sitz. 1945 fiel die gesamte Bebauung des Nürnberger Platzes den Bomben zum Opfer. Lediglich das Areal an der Rugestraße wurde bis heute wieder bebaut. Hier befinden sich die Helmholtz-Apotheke sowie die Buchhandlung der Technischen Universität.
Fotos: Der Nürnberger Platz vor 1945
Nach Zerstörung eines Großteils der Gebäude begann 1953/54 der Wiederaufbau. Die in Anlehnung an Dresdner Bautraditionen mit Erkern und Sandsteinsockeln gestalteten Neubauten wurden in den ersten Jahren vorrangig an Bergleute der Wismut vermietet. Ende der 50er Jahre setzten sich auch hier sachlichere Formen für die Neubauten durch. Einige erhaltene Vorkriegsbauten konnten in die Neubebauung einbezogen werden und erinnern noch ein wenig an das frühere Aussehen dieses Stadtteils. Wegen der vorhandenen Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen (u.a. Bibliothek) bildet das “Nürnberger Ei” heute das eigentliche Zentrum der Südvorstadt.
Die Straße wurde in den Zwanziger Jahren als Nachtigalstraße angelegt und mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut. Mit der Namensgebung sollte der deutsche Militärarzt und Reichskommissar im Kolonialamt Gustav Nachtigal geehrt werden, der 1884 die Inbesitznahme Deutsch-Südwestafrikas (heute Namibia), Kameruns und Togos vertraglich besiegelte und damit den Grundstein für den deutschen Kolonialbesitz in Afrika legte. 1961 erfolgte die Umbenennung in Patrice-Lumumba-Straße. Am 17. Januar 1961 war der wenige Tage zuvor bei einem Militärputsch gestürzte erste Ministerpräsident des Kongo ermordet worden. Lumumba galt als einer der engagiertesten
Vertreter der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung und wird bis heute als Held der schwarzafrikanischen Befreiung verehrt.
Von den einst vorhandenen Gebäuden überstand lediglich das Wohnhaus Rabenerstraße 6 den Luftangriff. 1986 wurde dieses Haus für einen Neubau des Wohnungsbaukombinates Dresden gesprengt. Heute hat in dem erst kurz vor der Wende fertiggestellten Gebäude das Dresdner Finanzamt seinen Sitz (Foto).
Carolahaus: Das Gebäude gegenüber dem Beutlerpark entstand als Alten- und Pflegeheim der Carola-Stiftung. Während des Zweiten Weltkrieges war hier ein Lazarett untergebracht. Beim Luftangriff wurde das Haus schwer beschädigt, konnte jedoch in der Nachkriegszeit als Sitz des Hygiene-Institutes wieder aufgebaut werden. Die vom Lukasplatz in östlicher Richtung abgehende Renkstraße entstand in den Dreißiger Jahren und verdankt ihren Namen dem Chemiker Friedrich Georg Renk (1850-1928), der viele Jahre an der Technischen Hochschule als Professor tätig war.
Fotos: Blick in die Renkstraße zur Lukaskirche (links) und die Rohlfsstraße (rechts) Die kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs angelegte Rohlfsstraße in der Nähe der Lukaskirche erhielt ihren Namen nach dem Maler und Graphiker Christian Rohlfs (1849-1938). Rohlfs schuf zunächst impressionistische Werke, wandte sich später jedoch immer mehr dem Expressionismus zu. Die heutige Rugestraße entstand Ende des 19. Jahrhunderts und wurde vor 1945 Bendemannstraße genannt. Eduard Bendemann (1811-1889) war ab 1839 Professor der Dresdner Kunstakademie und schuf neben Wandmalereien und Porträts auch zahlreiche Buchillustrationen. Außerdem war er an der Ausgestaltung des Residenzschlosses beteiligt. Nach 1945 erfolgte eine Umbenennung der Bendemannstraße in Rugestraße. Mit dieser Namensgebung wird an den Geographen Sophus Ruge (1831-1903) erinnert, der nach seiner Tätigkeit als Lehrer an der Handelslehranstalt und der Annenschule 1874 den Lehrstuhl für Geographie und Ethnographie am Polytechnikum übernahm. Ruge gehörte zu den Mitbegründern des Vereins für Erdkunde und des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Klotzsche, wo sich auf dem Alten Friedhof auch sein Grab befindet. Von den ursprünglich vorhandenen Villenbauten der Rugestraße sind heute nur noch wenige erhalten. An Stelle zerstörter Wohn gebäude entstand 1965 ein modernes Wohnhochhaus. Im Erdgeschoss befindet sich die 1947 aus der früheren Hofapotheke hervorgegangene Helmholtzapotheke, die zuvor provisorisch auf der Helmholtzstraße untergebracht war. Die Schnorrstraße wurde um 1875 als eine der Hauptstraßen des neuen “Amerikanischen Viertels” angelegt und verlief als schnurgerade Verbindung zwischen Winckelmann- und Ackermannstraße. Ihren Namen verdankt sie dem Kunstmaler Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872), der bis zu seinem Tod als Professor für Historienmalerei an der Dresdner Kunstakademie wirkte und auch die Leitung der Gemäldegalerie innehatte. Bis zur Zerstörung 1945 befanden sich an der Schnorrstraße mehrgeschossige Wohnhäuser mit Läden und kleinen Handwerksbetrieben. In einem dieser Häuser (Nr. 16) lebte zeitweise der “Brücke”-Maler Ernst Ludwig Kirchner während seiner Studentenzeit. Nr. 82 beherbergte das “Südsanatorium” Dr. Denkers. Unweit davon lud mit dem “Südcasino” eine von zahlreichen Gaststätten in diesem Viertel zum Besuch ein. Zwischen Reichs- und Sedanstraße stand seit 1875 das im Zusammenhang mit dem Polytechnikum errichtete Chemische Laboratorium der Technischen Hochschule.
Ebenfalls aus der Nachkriegszeit stammen die an der Straße stehenden Studentenwohnheime. Auf dem Dach eines dieser Häuser wurde 2008 Deutschlands größtes Luftbild angebracht. Das nur aus einem Flugzeug bzw. Heißluftballon sichtbare Bild zeigt die ersten Takte von Vivaldis Komposition “Die Vier Jahreszeiten” und wurde vom Dresdner Künstler Siegfried Haas geschaffen. 2008 entstand auf einer Brachfläche an der Semperstraße eine kleine Reihenhaussiedlung. Weitere Grundstücke wurden nach dem Abbruch von Gewerbehallen wenig später ebenfalls mit Wohnhäusern bebaut. Die heutige Strehlener Straße gehört zu den ältesten Verkehrswegen auf dem Gebiet der heutigen Südvorstadt. Da man diesen Weg einst als Viehtreibe nutzte, wurde er bis zum 19. Jahrhundert Kälberweg genannt. Hier mündeten auch die von Süden kommenden Marktwege nach Räcknitz und Zschertnitz. Mit dem Bau der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn wurde dieser Weg teilweise überbaut und etwas nach Süden verlegt. 1868 erfolgte der Ausbau zur Straße und die Namensgebung nach dem benachbarten Stadtteil Strehlen. Das Straßenbild prägen nach Zerstörung der kompletten Vorkriegsbebauung moderne Büro- und Geschäftshäuser, die von verschiedenen Unternehmen genutzt werden. Die Flächen zwischen Strehlener Straße und Bahngelände, welche bis 1945 zum Teil von einem Betonwerk eingenommen wurden, liegen derzeit noch brach. Hier soll ab 2010 nach einem Entwurf des Architektenbüros Schulz & Schulz eine moderne City-Feuerwache mit Leitstelle, Einsatz- und Katastrophenlagezentrum und Stellplätzen für Feuerwehr und Rettungsdienst entstehen.
Von den einst vorhandenen Villen hat keine die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überstanden. Bemerkenswert waren das 1858 für den Dresdner Buchhändler Kuntze errichtete neogotische Wohnhaus an der Ecke zur Hohen Straße sowie die im klassischen Stil gestaltete Villa Wielandstraße 4 (Foto) von 1873.
Von den einst vorhandenen Villen und Mehrfamilienhäusern überstand lediglich das frühere “Reichsbad” (Nr. 6) den Luftangriff. Seit einigen Jahren befindet sich in den Räumen das Hotel Kipping (Foto). Das Nachbargrundstück Nr. 4 war zwischen 1890 und 1903 Standort der Interimskirche der Lukasgemeinde, bevor diese ihr Gotteshaus am Lukasplatz beziehen konnte. Zu den 1945 zerstörten Gebäuden gehört auch das Wohnhaus Winckelmannstraße 39. Dieses befand sich ab 1902 im Besitz des Rechtsanwaltes Dr. Bernhard Eibes (1886-1942), welcher sein Büro auf der Prager Straße 10 hatte. Eibes, 1911 zum Justizrat ernannt, war am Landgericht tätig und vertrat nach 1918 die Wettiner im Rechtsstreit um die Regelung der Vermögensfragen mit dem Freistaat Sachsen. Er erarbeitete dabei den 1924 unterzeichneten “Auseinandersetzungsvertrag” zur Abfindung der Königsfamilie und ihrer Nachkommen.
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