Das rund 50 km² große Waldgebiet der Dresdner Heide im Norden der Stadt nimmt
ca. 21 % des Stadtgebietes ein. Ursprünglich war die Heide bedeutend größer und bildete mit dem Moritzburger Friedewald, der Laußnitzer Heide und dem Karswald
eine geschlossene Waldfläche. Noch 1476 befand sich in den Nähe des heutigen Neustädter Bahnhofes eine kleine Antonius-Kapelle, die damals inmitten des Waldes
lag, der sich bis in Höhe des Albertplatzes hinzog. Bis zum 12./13. Jh. ging dieser Zusammenhang durch Rodungen und Besiedlung verloren. Weitere Gebiete fielen im 19. Jh. der Abholzung des Hellers und der Anlage der Albertstadt ab 1873 zum Opfer. Auch das Gebiet der Äußeren Neustadt, einst als “auf dem Sande” bezeichnet, war
noch bis 1835 weitgehend unbebaut und wurde zur Dresdner Heide gezählt. Zu den wichtigen Verkehrswegen, die die Heide durchtrennen, gehören die 1841 ausgebaute Radeberger Straße und die 1845
und 1884 angelegten Eisenbahnstrecken nach Radeberg und Königsbrück. In den 30er Jahren folgte der Bau der Autobahn, der den westlichen Teil (Junge Heide) endgültig vom übrigen Heidegebiet abschnitt.
Geologisch ist die Dresdner Heide ein Teil der Lausitzer Granitplatte, die am südwestlichen Rand von der breiten
Heidesandterrasse abgelöst wird. Sowohl Granitstein wie auch die im Boden befindlichen Kiese und Sande werden bis
zur Gegenwart als Baustoffe abgebaut. Höchste Erhebung des Waldgebietes ist der 280,8 m hohe Dachsenberg. Die
Heide wird von zahlreichen kleinen Gewässern durchflossen, die teilweise auch Teiche und Tümpel bilden. Wichtigste Bäche sind die Prießnitz, der Stechgrundbach und der früher zur Wasserversorgung der Neustadt dienende
Eisenbornbach. Wirtschaftlich genutzt wurde die Heide seit dem Mittelalter sowohl zur Gewinnung von Holz und Heu
als auch für die Jagd. Ferner war die Erzeugung von Honig und Bienenwachs von Bedeutung. Dominierende Baumarten sind Kiefer und Fichte, gefolgt von Rotbuche, Stieleiche und weiteren Laubbäumen.
Ab 1372 gehörte die zum Besitz der Meißner Markgrafen zählende Dresdner Heide zum Amt Radeberg, unterstand jedoch ab 1484 dem Forstamt Dresden. Durch den Wald führten bereits zu dieser Zeit einige Wege, die in ihrem
Verlauf zum Teil bis heute erhalten sind. Da die Heide wichtiges Jagdgebiet der Kurfürsten war und auch wirtschaftlich
genutzt wurde, ließ Kurfürst August im 16. Jahrhundert ein neues Wegenetz entwerfen und Revierförster einsetzen.
Ausgehend vom Dresdner Saugarten wurden acht sternförmige Wege angelegt, die heute als Alte Eins bis Alte Acht
bezeichnet werden. Hinzu kamen Verbindungswege zwischen diesen Flügeln. Erstmals ist dieses Netz auf alten Karten
von 1598 eingezeichnet. Bereits ab 1543 regelte eine Forstordnung die Nutzung und Pflege des Waldes und des hier lebenden Wildbestandes. Seit dem 16.
Jahrhundert war das Jagdrecht in der Heide in alleinigem Besitz der Kurfürsten. Neben Rot- und Schwarzwild wurden früher auch Wölfe und Bären erlegt, der letzte im Jahr 1612. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts
mussten die Bewohner der angrenzenden Dörfer Jagddienste leisten. Für diese Zwecken entstanden weitere neue Wege, zahlreiche Brücken und Dämme sowie verschiedene jagdliche Einrichtungen. Zu diesen gehörten Saugärten zur
Fütterung der Wildschweine und die 1547 erstmals erwähnte Hofewiese. Große Schäden richtete der Dreißigjährige
Krieg an, in dem nicht nur die Wildbestände dezimert und der Forst stellenweise niedergebrannt wurde, sondern auch die Heideorte Bühlau, Klotzsche, Ullersdorf und Großerkmannsdorf geplündert und zerstört wurden. Auch im
Siebenjährigen Krieg war der Wald Schauplatz von Kriegshandlungen, als preußische Soldaten einige Schanzen anlegten, um die herannahenden Österreicher aufzuhalten. Im 19. Jahrhundert erfolgte, bedingt durch neue forstwirtschaftliche Prinzipien, die Anlage
eines rechtwinkligen Schneisensystems durch den Forstmann Heinrich Cotta. Die von jeweils zwei Schneisen und zwei Flügeln gebildeten Segmente konnten so einheitlich mit Buchstaben
und Zahlen nummeriert werden. Zuvor waren die Waldstücke durch rote und schwarze Zeichen markiert, von denen bis heute insgesamt 124 verschiedene rote und 270 schwarze
Waldzeichen nachgewiesen sind. Deren Form gab auch Anlass zur Namensgebung für viele historische Wegverbindungen, wie Gänsefuß, Kannenhenkel und Kuhschwanz. Um dem
zunehmenden Besucherverkehr zu begegnen, entstanden neben der Hofewiese weitere Gaststätten, darunter die Heidemühle
an der Radeberger Landstraße und das Fischhaus. 1875 wurde ein Teil der Heide als Waldpark Klotzsche abgetrennt und als Kurpark gestaltet. 1899 erwarb die Stadt
Dresden weitere Gebiete für den Heidepark an der Fischhausstraße und den Albertpark am Weißen Hirsch. 1912
folgte der Kauf einer 47 Hektar großen Waldfläche an der Stadtgrenze zu Radebeul, welche als Friedrich-August-Park
bzw. Waldpark Junge Heide gestaltet wurde. Die bereits seit 1831 in Staatsbesitz befindliche Dresdner Heide blieb
jedoch noch bis 1918 Jagdrevier des sächsischen Königs. Zwischen 1893 und 1945 war sie mit einen Zaun zum Schutz vor Wildschäden umgeben.
Ab 1918 unterstand das Waldgebiet dem Sächsischen Forstamt Dresden mit Revierförstereien in Bühlau, Ullersdorf
und Langebrück. Der Sitz des Forstamtes befindet sich in Klotzsche. Der räumlich vom übrigen Heidegebiet getrennte westliche Teil am Heller, meist als Junge Heide bezeichnet, wurde 1927 als Platz für den städtischen Heidefriedhof gewählt und gemeinsam mit dem Jägerpark am 1. April 1927 dem Stadtgebiet zugeschlagen. Unweit davon liegt die
beliebte Ausflugsgaststätte “Waldmax”. Erst mit Auflösung der drei Staatsforstreviere Klotzsche, Langebrück und
Weißer Hirsch ordnete man die Heide im März 1949 auch administrativ dem Stadtgebiet Dresden zu, welches sich dadurch deutlich vergrößerte. Am 27. März 1969 wurde die Dresdner Heide zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
Außerdem stehen sieben Flächennaturdenkmale unter besonderem Schutz. Bis heute ist die Heide bedeutendes Naherholungsgebiet der Dresdner geblieben.
Jagd- und forstwirtschaftliche Denkmale im Heidegebiet: Dresdner Saugarten: Der Dresdner Saugarten wurde um 1560 als “Treybegarten” angelegt um hier Wildschweine für
die Hofjagden zu halten. Gleichzeitig war dieser Platz Mittelpunkt der Dresdner Heide und Ausgangspunkt von sechs
strahlenförmigen Wegen, die noch heute als Alte Eins bis Alte Acht bezeichnet werden. 1710 ließ sich August der Starke von Pöppelmann am Saugarten ein kleines Jagdschlösschen errichten, welches jedoch nach 1800 wieder
abgerissen wurde. 1926 wurde am Saugarten ein 1972 restaurierter Gedenkstein aufgestellt. Unweit des Saugartens liegt das Saugartenmoor, welches als Flächennaturdenkmal geschützt ist.
Liegauer Saugarten: Nachdem der alte Dresdner Saugarten nicht mehr ausreichte, um den hohen Wildschweinbestand
in der Heide ausreichend zu versorgen, entstand im 18. Jahrhundert der ca. 1 Hektar große “alte Saugarten” zwischen
Liegau und Langebrück. An die 1876 beseitigte Anlage erinnert heute am Unterringel ein Gedenkstein mit einem kleinen Rastplatz. Langebrücker Saugarten:
Dieser Garten wurde 1781/82 als “neuer Saugarten” angelegt, um den Bedarf des Hofes an Schwarzwild für Jagdvergnügungen abzudecken. Von der früheren Anlage des größten Saugartens in der Heide sind
noch Teile der Mauer und ein Gerätehäuschen erhalten. Weitere Steine wurden zum Wiederaufbau des Dorfes Klotzsche nach dem Dorfbrand von 1868 verwendet. Nach 1945 wurde im Langebrücker Saugarten ein kleines
Wildgehege für Muffelwild angelegt. Lausaer Saugarten: Der ursprünglich 0,42 Hektar große Lausaer Saugarten, auch als “Sausprudel” bezeichnet, entstand
im 18. Jahrhundert zwischen Langebrück und Weixdorf und diente demselben Zweck wie die anderen Anlagen dieser
Art. Nach 1830 wurden alle Saugärten aufgegeben, da die bisherigen Hetz- und Parforcejagden nicht mehr in Mode waren. Die Steine der Umfassungsmauer wurden 1869 für den Wiederaufbau des abgebrannten Dorfes Klotzsche
verwendet. Seit 2007 informiert ein Gedenkstein mit einer Informationstafel über die Geschichte des Lausaer Saugartens.
Um den ehemaligen Saugarten verläuft heute ein kleiner Lehrpfad. Dieser führt auch zu einer volkstümlich “Pilz”
genannten Sandsteinsäule mit Holzdach, welche an die letzte Parforcejagd in der Dresdner Heide 1827 erinnert. Sehenswert sind auch die in unmittelbarer Nähe befindlichen “Rieseneichen” am Sauerbusch (Naturdenkmal).
Meschwitzruh: Der Ruheplatz befindet sich in der Nähe von Klotzsche an der Einmündung des Sandschluchtweges in
den Prießnitzgrund. Ein Gedenkstein erinnert an den Forstinspektor Friedrich Wilhelm Meschwitz (1815-1888), der im
19. Jh. an der Erschließung der Dresdner Heide für den Tourismus beteiligt war. Unmittelbar neben dem Stein befindet
sich ein steinerner Tisch mit Sitzbänken, der im 18. Jh. Lieblingsplatz des Herzogs von Kurland, einem Enkel August des Starken, war. Weitere Denkmale und Ausflugsziele:
Dachsenberg: Mit 280,8 m über NN ist der Dachsenberg höchste Erhebung im Heidegebiet. Bereits in der Bronzeit
war das Areal besiedelt, wie verschiedene Funde und ein Hügelgrab am Südwesthang beweisen. Seinen Namen erhielt
der Berg der Überlieferung nach, weil sich hier ein besonders alter und weitverzweigter Dachsbau befunden haben soll.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Dachsenberg bis 1989 nicht für die Bevölkerung zugänglich, da hier der DDR-
Staatssicherheitsdienst eine Sende- und Überwachungsstation betrieb. Die ehemaligen Gebäude dieser Außenstelle
werden heute als Naturschutzstation der Naturschutzjugend Sachsen (NAJU) genutzt. Außerdem besitzt die Telekom auf dem Dachsenberg einen Funkturm. Erzberg:
Die kleine Erhebung in der Nähe der Prießnitzbrücke an der Radeberger Straße erinnert an frühere, allerdings
erfolglose, Bergbauversuche im Heidegebiet. Noch bis ins 18. Jahrhundert wurde an verschiedenen Stellen der
Dresdner Heide nach Gold und Silber gesucht. Reste dieser Stollen sind noch heute am Erzberg zu finden. Von diesen
erzählt auch die Sage um das verfluchte Silberbergwerk im Prießnitzgrund, welches wegen der Hartherzigkeit seiner Besitzerin gegenüber einem Bettler eingegangen sein soll. Färberfleck:
Der sogenannte “Färberfleck” befindet sich im Forstrevier Ullersdorf an der Ortsgrenze zu Radeberg. Wegen seiner sumpfigen Lage waren hier die als natürliche Rohstoffquelle dienenden Roterlen zu finden, aus deren
Blütenständen, Rinde und Zapfen einst Farbstoffe und Gerberlohe gewonnen wurde. Der Legende nach soll hier das “Erlenweib” gelebt haben, welches Heidewanderer in den Sumpf lockte und dort verhexte.
Mückenloch: Auch das im Nordostteil der Heide gelegene “Mückenloch” weist auf eine frühere Feuchtstelle hin, welche
wohl einst eine berüchtigte Brutstätte für Mücken und andere Insekten war. Durch spätere Entwässerungsmaßnahmen
verschwanden der Sumpf, ebenso wie die einst hier vorkommenden Erlen, fast völlig. Erstmals wurde das Mückenloch auf einer Heidekarte von 1598 genannt. Sauerbusch:
Als Sauerbusch wird der nördlichste Zipfel der Dresdner Heide, gelegen zwischen den Bahnlinien nach Königsbrück und Görlitz, bezeichnet. In alten Flurkarten findet sich auch der Name Lausaer Holz bzw. Lausaer Seite.
Der Name Sauerbusch deutet auf die feuchten Bodenverhältnisse in diesem Gebiet hin. Dominierend sind Stiel- und
Sumpfeichen, darunter eine Eiche, die bereits 1679 erwähnt wurde und zu den ältesten Bäumen im Heidegebiet gehört. Seit 1938 stehen dieser Baum unter Naturschutz, ist mittlerweile jedoch vom Alter stark geschädigt.
Kannenhenkelweg: Der Kannenhenkelweg beginnt an der Marienallee in der Nähe des Nordfriedhofs und führt von
dort in nordöstlicher Richtung nach Langebrück. Der Weg gehört zu den ältesten Verbindungen durch die Heide und
erhielt seinen Namen nach einem alten Wegzeichen (P). Früher wurde er auch als Kolmischer bzw. Köllnischer Weg
bezeichnet. Markantestes Bauwerk ist die Kannenhenkelbrücke über die Prießnitz. Außerdem erinnert ein Obelisk an die 800-jährige Jubelfeier des Hauses Wettin im Jahr 1889. Schwarzes Kreuz:
Das an der Kreuzung Diebsweg/Kannenhenkelweg befindliche Denkmal entstand bereits in vorreformatorischer Zeit als Gebetskreuz an einem alten Verbindungsweg nach Langebrück. Das Kreuz war später
Schauplatz mehrerer tragischer Ereignisse, u. a. eines Duells zweier Offiziere. 1993 wurde dieses historische Denkmal erneuert. Prießnitzwasserfall:
Der Wasserfall liegt im Heiderevier Klotzsche und ist seit 1967 Naturdenkmal. Hier finden Wanderer auch eine kleine Schutzhütte vor, deren Vorgänger bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreichen.
2008 wurde diese erneuert, im Juli 2010 jedoch durch einen Brand zerstört. Ein Wiederaufbau ist vorgesehen. Unweit
des Prießnitzwasserfalls befinden sich die nach dem Heideforscher Oskar Pusch benannte Puschquelle und die Königsbuche. Auf dem vor der Buche liegenden Felsbrocken soll der Überlieferung nach König Johann bei seinen
Besuchen im Prießnitzgrund gern gerastet haben. Die Blumben: Als “Blumben” wird in alten Heidekarten eine steppenartige Waldlichtung am Bischofsweg bezeichnet.
Der Name stammt wahrscheinlich aus dem Sorbischen und bedeutet “Wiesenplatz” (von “blon”). Möglicherweise nutzten die Bewohner der Heidedörfer diese Lichtung als Weidefläche für ihre Tiere oder zur Heugewinnung. Moritzburg-Pillnitzer Weg: Der Weg wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jh. als Verbindung zwischen den Schlössern
Moritzburg und Pillnitz angelegt und entsprechend ausgebaut. Für den Weg entstanden mehrere Sandsteinbrücken über
kleinere Gewässer in der Heide, darunter die obere und untere Wettinbrücke sowie die 2001 erneuerte Küchenbrücke über die Prießnitz. Diese verdankt ihren Namen einem ehemaligen Rastplatz der Wettiner. Im Albertpark erinnert ein Obelisk an den früheren sächsischen König Albert. Rennsteig:
Der Rennsteig gehört zu den ältesten Heidewegen und verband einst die Heidedörfer Bühlau und Klotzsche. Dabei überquert er in der Nähe vom Ruheplatz Meschwitzruhe die Prießnitz auf einer historischen Steinbrücke, die
2000 saniert wurde. Der frühere Weg ist heute nicht mehr durchgehend erhalten, dient jedoch noch immer zu weiten
Teilen als Wanderweg. Ursprünglich wurde er auch als “Roßsteig” bezeichnet, da er als einer der wenigen Heidewege
mit Pferd und Wagen passierbar war. Der Name Rennsteig weist auf die frühere Nutzung durch “Renner”, d. h. zu Fuß gehende Boten hin. Gänsefuß:
Der Weg führt von Langebrück in südlicher Richtung bis zur Heidemühle. Der Name ist wie bei vielen alten
Heidewegen von einem früheren Waldzeichen abgeleitet. Am Gänsefuß liegt auch die 1547 erstmals erwähnte Hofewiese, die später zur beliebten Ausflugsgaststätte wurde.
Ullersdorfer Stausee: Der kleine Heideteich entstand bereits vor dem Zweiten Weltkrieg durch Aufstau des
Haarweidebachs in der Nähe von Ullersdorf. Am Ufer des beliebten Ausflugsziels wurde 2009 eine Schutzhütte mit Tischen und Bänken aufgestellt. Läusehübel:
Als Läusehübel wird eine Erhebung in der Nähe des Mönchsholzes im Stadtteil Weißer Hirsch bezeichnet. Erstmals genannt wurde diese Flurbezeichnung in einer Urkunde des Markgrafen Friedrich vom 18. August 1420, in
der er ein Stück Heidewald dem Altendresdner Augustinerkloster überließ. Die Bezeichnung “Luczehobil” geht
wahrscheinlich auf die slawischen Worte “luc” (= Kienholz) und “obli” (= ovales Flurstück) zurück. Mangels Kenntnis
um diese Zusammenhänge entstand im 17. Jahrhundert die heutige Bezeichnung “Läusehübel”. In der Nähe entstand 1926/27 die Wohnsiedlung Mönchsholz des Spar- und Bauvereins Bühlau & Umgebung.
Oberförster-Jahn-Weg: Der Weg wurde 1997 am Nordrand der Hellerberge angelegt. Gleichzeitig entstand in der
Nähe der “Deutschen Werkstätten” Hellerau eine kleine Gedenkstätte für den verdienstvollen Forstmann. Kurt Jahn
war zwischen 1958 und 1975 Leiter der Oberförsterei Dresdner Heide und setzte sich für die naturschutzgerechte
Pflege und Erhaltung des Heidewaldes ein. Maßgeblich war ihm die Ausweisung des Areals als Landschaftsschutzgebiet zu verdanken. Der Umwurf:
Der Name dieses Platzes an der Kreuzung Diebssteig/Sternweg erinnert an ein Schlittenunglück Herzog Heinrichs des Frommen im Jahr 1539. Der Wettiner war bei einem Jagdausflug mitsamt seinem Pferdeschlitten
umgestürzt, hatte sich jedoch wie durch ein Wunder nur leicht verletzt. 1650 wurde an dieser Stelle eine später mehrfach erneuerte, heute jedoch verschollene Bildtafel aufgestellt. Rehsprung:
Der sogenannte “Rehsprung” bezeichnet eine markante Waldstelle im Bereich der “Jungen Heide” am Augustusweg. Dieses Gebiet war früher für seine großen Rehvorkommen bekannt und dadurch beliebtes Jagdrevier der
sächsischen Kurfürsten und Könige. Als “Sprung” wird in der Jägersprache eine Rehfamilie mit mindestens drei Tieren genannt. Oltersteine und Olterteich: Die Oltersteine und der nahegelegen Olterteich gehören zu
den Naturdenkmalen im Bereich der Jungen Heide in der Nähe der Autobahnabfahrt Dresden-Hellerau. Der Olterteich ist einer der wenigen ständig mit Wasser gefüllten
Teiche in der Heide und Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten wie Wasserläufer, Fieberklee und Erdkröte. 1725 wurde er als “Olter Teichelgen” erwähnt und steht seit 1937 unter Naturschutz.
Die Oltersteine entstanden im Tertiär im Niederlausitzer Braunkohlengebiet und wurden durch die Eiszeit an ihren Platz transportiert. Einige Vertiefungen und Bohrungen weisen auf die Nutzung der
beiden Steinblöcke als frühgeschichtliche Kultstätte, möglicherweise mit astronomischem Bezug, hin. Nähere Forschungen stehen jedoch noch aus. Der Legende nach sollen heidnische Priester hier Opferhandlungen vollzogen
haben, weshalb der Name Oltersteine auch als “Altarsteine” gedeutet wird. Im 19. Jahrhundert versammelte sich an
dieser Stelle die Sekte der Stephanisten um den Pastor Martin Stephan, der später nach Amerika auswanderte. Um den Olterteich und das ehemalige Gasthaus “Zum letzten Heller” rankt sich außerdem die Sage vom Schlangenkönig.
Weiterführende Literatur und Quellen
Dresdner-Heide-Nachrichten 26. August 2010:
Statt der durch Brandstiftung zerstörten Schutzhütte soll am Prießnitzwasserfall nun nur eine überdachte Sitzgruppe entstehen. Grund sind die hohen Kosten für ein neues Haus, welche über 20.000 Euro betragen würden. Die Arbeiten sollen im kommenden Frühjahr erfolgen.
19. Juli 2010:
Die erst 2008 errichtete Schutzhütte am Prießnitzwasserfall im Nesselgrund wird bei einem Brand vernichtet. Ursache des Feuers war vermutlich ein von Wanderern zurückgelassener Einweggrill. Ob und wann die Holzhütte wieder aufgebaut werden kann, steht noch nicht fest.
13. Januar 2010:
Auf dem Heidefriedhof soll künftig eine Plastik “Trauerndes Mädchen” an die Opfer der Bombennacht erinnern. Finanziert wird die Figur aus dem Nachlass einer Überlebenden des Luftangriffs. Standort und Schöpfer stehen noch nicht fest.
10. Dezember 2009:
In der Nähe des Ullersdorfer Stausees steht seit kurzem eine neue Schutzhütte für Wanderer und Radfahrer. Das Holzhäuschen in Form einer Blockhütte bietet im Inneren Tische und Bänke zum Rasten und Vewrweilen an.
2. Dezember 2009:
Der traditionsreiche, jedoch seit vielen Jahren geschlossene Gasthof Hofewiese ist künftig wieder Eigentum der Stadt. Grund ist die Nichteinhaltung von Auflagen zur Sanierung des Gebäudes durch den Investor Georg Kirchberger, der die Hofewiese 2006 erworben hatte. Das weitere Schicksal der Gaststätte bleibt jedoch unklar.
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