Die Pillnitzer Landstraße wurde im 19. Jahrhundert als rechtselbische Verbindungsstraße zwischen Loschwitz und Pillnitz angelegt. Zuvor führte der Weg von der Residenz zum Schloss Pillnitz über Striesen und
Blasewitz zur Pillnitzer Fähre in Kleinzschachwitz. Nach Befestigung dieser Straße zwischen 1885 und 1905 entstanden in den früheren Weinbergen zahlreiche Sommerhäuser und Villen wohlhabender Dresdner Bürger. Auf ihrem
Weg durchquert die Straße die Fluren von Loschwitz, Wachwitz, Niederpoyritz und Hosterwitz. Wegen der romantischen Lage dieser Orte am Elbstrom war das Gebiet bereits im 19. Jahrhundert Anziehungspunkt für Künstler und
Sommergäste. Seit 1991 ist die Pillnitzer Landstraße alljährlich Hauptachse des Ende Juni veranstalteten Elbhangfestes. Loschwitz: Die Pillnitzer Landstraße beginnt am Körnerplatz in Loschwitz und führt von dort zunächst
durch Teile des alten Dorfkerns. Hier befand sich einst auch eine hölzerne Brücke über den heute unterirdisch kanalisierten Loschwitzbach. Von den Gebäuden in diesem Teil wurden 1945 einige zerstört, darunter die Loschwitzer Kirche (1991/94 wieder aufgebaut) und die
frühere Körnerschule. Im Wohnhaus Nr. 11 hatte nach 1945 der Maler Otto Griebel seinen Wohnsitz. Weniger bekannt ist die Schriftstellerin und Lateinamerika-Expertin Maria
Schwauß, die im Haus Nr. 15 wohnte und ein Wörterbuch der regionalen Umgangssprachen Lateinamerikas verfasste. Bemerkenswert ist auch das 1897/98 entstandene Künstlerhaus und der benachbarte neue Loschwitzer Friedhof.
Nach 1990 entstanden zwischen Pillnitzer Landstraße und Fidelio-F.-Finke-Straße einige neue Wohn- und Gewerbebauten, darunter der villenartige Wohnpark “Augustuspark” (1996/97) und das Einkaufszentrum
“Loschwitz-Arkaden” (Foto). Die Gebäude wurden vom Berliner Künstler Gerd Neuhaus teilweise im neoklassizistischen
Stil bemalt und mit Kopien antiken Statuen geschmückt. Auf dem Grundstück der früheren Straßenmeisterei an der Ecke
Pillnitzer / Winzerstraße begann 2009 der Bau einer neuen Grundschule. Bis 2010 entsteht dort nach einem Entwurf des
Architektenbüros “Raum und Bau” ein modernes dreigeschossiges Schulgebäude mit Turnhalle und Freiflächen. Nr. 8:
Das Gebäude entstand um 1700 am Rande des alten Dorfkerns und beherbergte ab 1710 die Dorfschule des Ortes. Mehrfach erweitert, diente die “Alte Schule” noch bis 1886 ihrem Zweck. Nach deren Schließung wurde das
Haus zu Wohnzwecken umgebaut, zeitweise aber auch als öffentliche Bücherei und zwischen 1904 und 1909 von der
Höheren Bürgerschule genutzt. Später zog hier das Pfarramt mit Verwaltungsräumen und einem Gemeindesaal ein. In einigen Räumen hatte zwischen 1934 und 1948 das Loschwitzer Ortsmuseum sein Domizil. Heute befinden sich hier
Wohnungen, die Pfarramts- und Friedhofskanzlei und ein Naturkostladen. Nr. 9: Auch dieses Haus gehört zum Besitz der Loschwitzer Kirchgemeinde, die das Grundstück 1836 für 400 Taler von
einem Dresdner Stadtrat erworben hatte. Hier wohnten einst die Loschwitzer Pfarrer mit ihren Familien. Im Erdgeschoss befand sich bis 1955 die Pfarramts- und Friedhofskanzlei.
Loschwitzer Apotheke: Die Apotheke wurde 1864 durch Gottlob Schwarz gegründet und gehört zu den ältesten noch
bestehenden Apotheken Dresdens. Nach dessen Tod übernahm 1871 Paul Friedrich Mündel die Regie. Hier erlernte
auch der Apotheker Alexander Tschirch seinen Beruf, der später als Universitätsprofessor in Bern zu den Wegbereitern
der modernen Pharmazie gehörte und als Vertreter der Deutschen Apothekervereinigung tätig war. Nach mehrfachem
Besitzerwechsel wurde die Loschwitzer Apotheke, in der früher auch eine kleine Badeanstalt existierte, 1955 verstaatlicht und 1990 privatisiert. Nr. 24 (Gärtnerei Rosig):
Die Gärtnerei wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Ernst Julius Rosig gegründet. Rosig entstammte einer alten Loschwitzer Winzerfamilie und hatte zuvor den Beruf eines Landschaftsgärtners erlernt. Ab 1912
war er zugleich Totenbettmeister des Loschwitzer Friedhofs. Die Familie bewohnte die Villa “Saxonia” und nutzte das
zugehörige Gartenhaus an der Pillnitzer Landstraße als Verkaufsraum. Nach dem Tod Ernst Julius Rosigs 1916 übernahm
dessen Sohn Rudolf die Gärtnerei und führte sie bis zu seinem Tod 1989 weiter. In den 90er Jahren entstanden auf dem Grundstück die modernen Wohnhäuser der Ratsstraße. Nr. 83:
In diesem kleinen Häuschen an der Pillnitzer Landstraße wurde 1893 der Dichter Max Barthel (1893-1975) geboren, an den seit einigen Jahren eine Gedenktafel erinnert. Max Barthel stand zunächst der kommunistischen
Arbeiterbewegung nahe, schloss sich jedoch 1923 der SPD an und war einer der bekanntesten Arbeiterdichter dieser
Zeit. Einige der von ihm verfassten Romane und Gedichte weisen regionalen Bezug zu Dresden-Loschwitz auf. Zeitweise arbeitete er auch als Lektor der “Büchergilde Gutenberg”. Nr. 85:
Das als Mietshaus konzipierte Gebäude entstand um 1910 nach Plänen von Oskar Menzel. Architektonisch orientiert sich die Villa an spätbarocken Vorbildern. Nr. 87:
Auf diesem Grundstück befand sich im 18. Jahrhundert der Weinberg des kurfürstlichen Obersteuerkassierers
Pfeiffer, der sich hier auch ein Sommerhaus errichten ließ. Das repräsentative Fachwerkgebäude musste um 1900 einem Villenneubau weichen, der noch heute erhalten ist. Templerhaus:
Die Villa entstand im 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil. Seit 1997 befindet sich hier ein Konvent des Templerordens. An der Fassade weist eine Marienfigur auf die religiöse Nutzung des Hauses hin. Foto: Templerhaus an der Pillnitzer Landstraße Wachwitz:
Nach Verlassen der Loschwitzer Fluren erreicht die Straße schon bald den Dorfkern von Wachwitz (Foto). Hier befand sich ursprünglich die schmalste Stelle des Verbindungsweges, der deshalb “die
Gasse” genannt wurde. 1885/86 wurde der Neubauabschnitt zwischen Loschwitz und Niederpoyritz fertiggestellt. Dafür mußten auch einige Häuser im Wachwitzer Dorfkern abgerissen werden. Weitere
Gebäude verschwanden zum Teil hinter hohen Aufschüttungen, um das starke Gefälle in einigen Abschnitten auszugleichen. Um die Ruhe des Ortes nicht zu gefährden, galt noch bis 1929 ein
Sonntagsfahrverbot auf dieser Straße.Erstes Gebäude auf Wachwitzer Flur ist das frühere W inzerhaus des “Schlosserberges” (Nr. 93). Deutlich ist hier noch
der alte, beim Straßenbau teilweise verschüttete Eingang zu erkennen. Auch das Gebäude Nr. 123 stammt noch aus der
Zeit des Wachwitzer Weinbaus und gehört zu den ältesten Häusern des Ortes. Hier befand sich einst eine Weinpresse.
Weitere Gebäude mußten um 1900 Landhäusern und Villen weichen. Erwähnt werden sollen nur die Häuser Nr. 111 mit
Dachreiter (“Hildes Heim”), Nr. 115 (Villa “Johanna”), Nr. 141 (1913 von Emil Wägner), Nr. 147 (Villa “Frieda”), Nr.
155 (Villa “Gebler”) und Nr. 165. Letzte Bauten auf Wachwitzer Flur sind die Jugendstilvilla “Elbfrieden” (Nr. 175) und die ehemalige Gaststätte “Zum Wachwitzkeller” (Nr. 177).
Auch auf der Elbseite erinnern eine Reihe von Villen an die tiefgreifenden Veränderungen, die Wachwitz nach dem
Ausbau der Pillnitzer Landstraße erlebte. Noch um 1870 war das gesamte Gelände zwischen dem Wohnhaus Nr. 122 bis zum Dorfkern unbebaut. 1886 entstand die Villa “Quisisana” mit ihrem Treppenturm (Nr. 132), der
bald weitere Gebäude folgten. In der um 1910 im Jugendstil errichten Villa “Charlotte” (Nr. 134) hatte seit 1918 das Wachwitzer
Postamt seinen Sitz. Für Aufsehen sorgte 1856 der Bau der Villa “Alice”, die wegen ihrer ortsuntypischen Größe auffiel
und durch ihre häufigen Besitzerwechsel von den Einwohnern spöttisch “Villa Wechselbalg” genannt wurde. Auch dieses Haus wurde, wie die meisten Villen, nach 1990 liebevoll saniert (Pillnitzer Landstraße Nr. 158). Sportcasino Wachwitz (Nr. 94): Das auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehende Lokal wurde 1928 als Vereinsheim
von Arbeitersportlern der Dresdner Straßenbahn eingerichtet und für Vereinsfeiern und Versammlungen genutzt. Neben dem 1986 und nach 1990 renovierten Gastraum steht auch ein kleiner Biergarten zur Verfügung.
Gasthof “Königs Weinberg”: Das Gebäude Pillnitzer Landstraße 105 entstand 1740 und war ursprünglich Teil des Wachwitzer Rittergutes. Bereits 1561 soll sich hier eine
Schankstätte namens “Hofepresse” befunden haben. Der Gasthof, der seinen Namen nach dem angrenzenden königlichen Weinberg erhielt, besaß seit dem 19. Jahrhundert
unbeschränktes Ausschankrecht sowie das Recht zum Beherbergen von Gästen. Im Nebengebäude befand sich die Ausspanne für die Pferde der Reisenden. Hier fanden auch
die Wahlen zum Gemeinderat sowie gelegentliche Gerichtsverhandlungen statt. Um 1880 wurde ein Saal mit kleiner Bühne angebaut, wodurch das Gebäude sein heutiges Aussehen erhielt. Gegenüber lag die nur
im Sommer bewirtschaftete “Wiesenschänke” mit drei Terrassen zur Elbe.
Die nach 1945 in Gasthof “Zum Weinberg” umbenannte Gastwirtschaft bestand bis 1966 und diente anschließend als
Filmstudio, Fotoatelier und Wohnhaus. Das Gebäude mit seinem Barockportal von 1740 wurde 1992/93 saniert. Die
ungewöhnliche lila-violette Farbgebung der Fenstergewände brachte dem Haus dabei den Spottnamen “Milka-Haus” ein. Auf Druck der Denkmalpflege musste die Farbgebung später wieder verändert werden.
Elbschlößchen: Das kleine Lokal entstand im 19. Jahrhundert unmittelbar am Elbufer und war später beliebte Tanz- und
Ausflugsgaststätte. Nach 1945 wurde die Gaststätte geschlossen und als Lager der BHG der Wachszieher genutzt. Das völlig verwahrloste und einsturzgefährdete Gebäude musste 1992 abgerissen werden.
Ehlichs Dampfschiffrestaurant (“Gare de la Lune”): Die Geschichte dieser Gastwirtschaft geht auf den auch in Wachwitz
früher üblichen Reiheschank zurück, den 1844 der Maurermeister Johann Gottlieb Ehlich erworben hatte. Dessen Sohn
durfte schließlich mit Billigung des Gemeinderates ab 1862 einen kleinen Ausschank von Wein, Kaffee, Milch und
Lagerbier betreiben. 1872 wurde das frühere Gut komplett umgebaut und zum regulären Gasthof mit Saal gemacht.
Wegen seiner günstigen Lage an der Dampferanlegestelle entwickelte sich “Ehlichs Dampfschiffrestaurant” bald zum beliebten Ausflugslokal, obwohl die Genehmigung zur Ausrichtung von Bällen immer wieder verweigert wurde.
In den Zwanziger Jahren war das Lokal durch seine Vereins-, Schul- und Gartenfeste mit Karussells und Vogelschießen
ein Zentrum der Wachwitzer Geselligkeit. Kriegsbedingt musste die Gaststätte jedoch 1941 schließen. Im Saal wurden
nun ukrainische Zwangsarbeiter untergebracht. Nach Kriegsende zog hier die Firma “Roland” zur Herstellung von
Schreibgeräten ein (später “Markant”). Erst anläßlich des Elbhangfestes 1994 fand wieder eine öffentliche Veranstaltung
in dem traditionsreichen Gebäude statt. In Erinnerung an die Aufführung des Carl-Orff-Stückes “Der Mond” beim
Elbhangfest 1994 erhielt der komplett sanierte Gasthof bei seiner Eröffnung am Silvestertag 1995 den Namen “Gare de la
Lune” (“Bahnhof des Mondes”). Heute wird das Haus, welches in den letzten Jahren für seine Tango-Abende bekannt wurde, wieder als Veranstaltungsort für Partys, Konzerte und ähnliches genutzt.
Heinrichs Gaststätte: Das Lokal an der Pillnitzer Landstraße 154 erhielt 1877 die Konzession zum Weinausschank.
Später wurde die Schänke zum Restaurant erweitert, welches 1893 Oswald Heinrich erwarb. Nach diesem Besitzer wurde sie nun “Heinrichs Gaststätte” genannt, ein Name, der auch von den nachfolgenden Gastwirten übernommen
wurde. Noch bis 1982 hatte die gemütliche Gastwirtschaft geöffnet, musste dann jedoch wegen des schlechten Bauzustandes des Hauses schließen. 1993 wurde das Gebäude abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt.
Nr. 156: Das Anwesen bestand ursprünglich aus einem Wohnhaus, einem Nebengebäude und einem Stall. Die ältesten
Teile dieses Gutes entstanden bereits um 1684. Bis 1928 nutzten es die Besitzer noch für landwirtschaftliche Zwecke,
bevor hier die Baufirma Gierth einzog. Das frühere Stallgebäude dient heute als Vereinshaus des Segelclubs Wachwitz. Gasthaus “Wachwitzhöhe”:
Das Lokal entstand 1880 am Wachwitzer Elbhang (Pillnitzer Landstraße 159) und war von einem weitläufigen Park umgeben. Der Turm diente einst als Aussichtspunkt für die Gäste. Außerdem bestand eine
Reitertreppe, die zu einer kleinen Grotte führte, Bereits 1888 mußte die Wachwitzhöhe wieder schließen. Zwischen 1934
und 1940 hatte hier zeitweise das belgische Konsulat seinen Sitz. Nach Kriegsende nutzte die Wachwitzer Schule diese
Villa als Außenstelle, zuletzt als Schulhort und Kindergarten. Heute dient das Haus nur noch Wohnzwecken. Niederpoyritz:
Zu den Elbdörfern an der Pillnitzer Landstraße gehört auch der 1414 erstmals erwähnte Ort Niederpoyritz, dessen Kern
sich zu beiden Seiten der Pillnitzer Landstraße erstreckt. Auch hier dominierte einst der Weinbau. Die Presse befand sich
im Grundstück Pillnitzer Landstraße 221. 1903 erhielt Niederpoyritz nach dem Ausbau der Straße Anschluss an die
Straßenbahn, die später bis Pillnitz verlängert wurde. Bemerkenswert sind zwei historische Umgebindehäuser (Nr. 224 und 226) sowie einige um 1900 entstandene Villen und Landhäuser. Erbgericht Niederpoyritz: Das Erbgericht (Foto) entstand als Schänke des Niederpoyritzer Rittergutes und erhielt im 18.
Jh. die Schankgerechtigkeit. Hier wurde das im Ort gebraute Braunbier ausgeschenkt, welches auch in die benachbarten
Dörfer geliefert wurde. Nach Einrichtung einer Dampferanlegestelle und dem Bau der Straßenbahn entwickelte sich der
Gasthof zum beliebten Tanz- und Ausflugslokal mit großem Ballsaal. Nach 1945 wurde das Erbgericht geschlossen und dient heute als Wohnhaus. Oberer Gasthof Niederpoyritz: Die Gastwirtschaft an der Pillnitzer Landstraße 239
entstand im 19. Jh. und war einer von zwei Dorfgasthöfen des Ortes. Während der Untere Gasthof bereits kurze Zeit später geschlossen wurde, existiert der Obere Gasthof
bis heute. Im Gebäude befand sich bis 1993 auch der kleine Dorfkonsum des Ortes. Das Gebäude wurde nach 1990 saniert. Heute sind vor allem Spezialitäten der ungarischen und österreichischen Küche im Angebot.
Foto: Oberer Gasthof um 1900 Postamt: Das heute nur noch als Wohnhaus dienende Gebäude Pillnitzer Landstraße 256 entstand Ende des 19.
Jahrhunderts und beherbergte einst das Postamt des Ortes. An diese Nutzung erinnert noch die Inschrift “Kaiserliches Postamt”, welche bei der letzten Rekonstruktion wiederhergestellt wurde. Gustavheim: Das Gebäude entstand 1873 auf Anregung König Alberts als Jagdhaus des
Reviers Helfenberg. Nach dem Tod des Vaters seiner Gemahlin Carola, dem schwedischen Prinzen Gustav von Wasa, wurde im Haus ein Asyl für hilfebedürftige alte Menschen
eingerichtet, welches den Namen Gustavheim erhielt. Die am 4. August 1887, dem 10. Todestag des schwedischen Prinzen, eröffnete Einrichtung diente fortan als Wohn- und
Pflegeheim für Gebrechliche und Kranke. Die Verwaltung des Hauses oblag dem Pfarrer von Hosterwitz. Zum Gedenken an die Stifterin des Gustavheimes und ihres Vaters wurden am 5.
August 1907 zwei Büsten Gustav Wasas und Königin Carolas im Garten des Hauses aufgestellt.
Im Zuge der Fürstenabfindung nach dem Ersten Weltkrieg kam das Gustavheim in staatlichen Besitz. 1924 übernahm die
Stadt Dresden das Haus und nutzte es bis 1991 als Altersheim. In diesem Zusammenhang entstand ein zweites Gebäude,
welches durch einen Verbindungstrakt mit dem älteren Haus verbunden ist. Auch der angrenzende Park wurde 1928 neu
gestaltet. 1996 übernahm das Pillnitzer Institut für Floristik das Gebäude und nutzte es einige Jahre für seine Zwecke. Seit 2004 dient das Gustavheim als Wohnheim für russische Aussiedler. Hosterwitz: Nach Verlassen von Niederpoyritz durchschneidet die Pillnitzer Landstraße die Fluren des Ortes Hosterwitz, welcher
etwas abseits der Straße an der Elbe liegt. Die Fluren des ehemaligen Plantagengutes wurden um 1904 zum Teil von der
Stadt Dresden erworben, die hier das Hosterwitzer Wasserwerk anlegen ließ. Zum Schutz des Grundwassers blieb dieser
Bereich von der Bebauung ausgeschlossen und wurde stattdessen mit Obstplantagen bepflanzt. Zwischen 1906 und 1986 verkehrte neben der Straße die Straßenbahnlinie nach Pillnitz. Straßenbahnlinie Loschwitz - Niederpoyritz - Pillnitz: Nachdem mit Eröffnung des “Blauen Wunders” 1893 die Straßenbahnlinie vom
Schlossplatz bis Loschwitz verlängert worden war, bemühten sich auch die Nachbargemeinden um einen Anschluss an diese Bahn. Dafür bildete sich 1895 unter
Beteiligung der Elbdörfer und des Staates ein “Überland-Zweckverband”, der mit dem Bau einer schmalspurigen Straßenbahn von Loschwitz nach Pirna begann. Bis 1902 konnte
jedoch unter Regie der Niedersedlitzer Firma Kummer nur der Abschnitt bis Niederpoyritz vollendet werden. Noch vor Eröffnung dieser Bahn ging die Gesellschaft Konkurs. Die
Gemeinden gründeten deshalb einen Gemeindeverband, der die vorhandenen Gleisanlagen in Stadtspur umbauen ließ. Am
18. Juni 1903 konnte die erste Straßenbahn bis zum Gustavheim in Niederpoyritz verkehren, die offizielle Eröffnung folgte am 11. Juli. 1906 wurde die Linie bis Pillnitz verlängert.
Die Straßenbahnstrecke wurde noch bis nach dem Ersten Weltkrieg vom
Gemeindeverband betrieben. 1922 übernahm die “Straßenbahn Pillnitz - Loschwitz GmbH” die Betriebsführung, die wenige Jahre später mit der “Dresdner Überland - Verkehr
GmbH” vereinigt wurde. Erst nach 1945 kam die Bahn als Linie 18 zu den Dresdner Verkehrsbetrieben. Um 1920 und nochmals 1960 war die Verlegung der Strecke an das
Elbufer geplant, wofür die Fidelio- F.- Finke-Straße verlängert werden sollte. Da die Pläne nie realisiert wurden, blieb es bis zur Stillegung der Bahn 1985 bei der eingleisigen
Streckenführung mit mehreren Ausweichstellen. Da das “Blaue Wunder” den Belastungen des Straßenbahnbetriebs nicht
mehr gewachsen war, wurde die Linie 4 zwischen Blasewitz und Pillnitz am 9. April 1985 durch Busse ersetzt. Fotos:
Die Straßenbahnlinie 4 an einem ihrer letzten Betriebstage am Blauen Wunder und am Körnerplatz Literatur über die Elbhangdörfer und viele andere Stadtteile finden Sie auch hier: |