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Die Alexanderstraße erhielt ihren Namen nach Alexander Wollmer, dessen Schwiegersohn, der Geheime Hofrat Prof. Carl Graff , Ende des 19. Jahrhunderts ein Grundstück an dieser Straße besaß. Die erst nach 1945 angelegte Alojs-Andricki-Straße wurde am 3. Februar 1987 nach dem früheren sorbischen Kaplan der Hofkirche benannt. Andricki (1914-1943) übernahm nach seiner Priesterweihe 1939 das Amt des Kaplans der Hofkirche und wurde als Gegner des NS-Regimes 1941 inhaftiert. 1943 starb er im KZ Dachau an Typhus. Die Straße Am Heiderand, benannt nach ihrer Lage am Rand der Dresdner Heide, hieß ursprünglich Adlerweg, später Am Waldfriedhof. Erst nach der Eingemeindung entstand der heutige Name. 1898 wurde hier der Waldfriedhof Weißer Hirsch angelegt. Unweit davon befand sich einst das Wasserwerk des Ortes mit Hochbehälter und Wasserturm.
Foto: Einmündung Bautzner Landstraße/ Am Heiderand Ursprünglich wurde diese Straße Prinz-Friedrich-August-Straße genannt. Nach der Eingemeindung erhielt sie 1926 den Namen Am Hochwald. 1937 wurde hier die katholische Kirche St. Hubertus eingeweiht.
Die Straße hieß ursprünglich Adlerstraße. Sowohl alter als auch der neue Name Am Weißen Adler erinnern an die historische Gastwirtschaft “Zum Weißen Adler”.
Bemerkenswert ist auch die um 1897 direkt am Hang errichtete Villa An der Berglehne 1 im Landhausstil (Foto). Dieses Haus wurde nach 1990 saniert und mit einem gläsernen Aufzug an der Hangseite versehen. Neben der Villa führt die “Jahnstiege” hinunter zum Rißweg. Das Haus Nr. 11 befand sich ursprünglich im Besitz des Fabrikbesitzers Karl Dittrich (1853-1918), Inhaber der in Schönlinde (heute Krasna Lipa/Nordböhmen) und Zyrardow (Polen) ansässigen Textilfabriken Hielle & Dietrich. Die Chopinstraße trug ursprünglich den Namen Thielaustraße nach der Eigentümerin eines hier gelegenen Grundstücks. Ab 1926 wurde sie nach dem früheren Besitzer des Gutes Weißer Hirsch Roosstraße genannt. 1949 erfolgte anläßlich des 100. Todestages des Komponisten Frederic Chopin eine erneute Umbenennung in Chopinstraße. Zu den markantesten Bauten gehörte das frühere Teuschersche Sanatorium , welches nach 1945 in ein Lehrlingswohnheim bzw. ein Heim der Jugendhilfe umgewandelt wurde. Ein Großteil des Gebäudekomplexes zwischen Chopinstraße und Säugrundweg wurde nach 1990 abgerissen. Auf dem Grundstück Chopinstraße 2-6 soll in den kommenden Jahren eine kleine Wohnsiedlung mit einem Mehrfamilien- und fünf Doppelhäusern entstehen.Die Degelestraße erhielt ihren Namen nach dem Kammersänger Eugen Degele, der Ende des 19. Jahrhunderts als Bariton große Erfolge feierte. Degele besaß ab 1883 das Grundstück Bautzner Landstraße 50. An ihn erinnert auch die Degelequelle im Kurpark . Die Villa “Oskars Traum” (Nr. 1), 1897 erbaut und 1913 von Max Herfurt erweitert, war einst im Besitz der Familie von Brandenstein und wurde nach 1945 als Studentenwohnheim der TU genutzt. Heute hat hier eine Immobilienfirma ihren Sitz. Das Nachbarhaus Nr. 3 sollte um 1970 zum Alterswohnsitz Walter Ulbrichts umgebaut werden. Heute befindet sich hier ein Schule der Telekom.Der Eichhörnchenweg wurde in den Zwanziger Jahren direkt am Rand der Dresdner Heide angelegt. Ursprünglich sollten hier Villen für hohe Offiziere errichtet werden. 1953/55 entstand auf dem Gelände die erste Dresdner Eigenheimsiedlung der Nachkriegszeit. Architekt war R. Coste, der die Häuser zwischen Eichhörnchen- und Eichigtweg geschickt in den vorhandenen Baumbestand eingliederte.
Foto: Wohnsiedlung am Eichhörnchenweg Auch der benachbarte Eichigtweg entstand bereits in den 20er Jahren und war für die Bebauung mit Villen des Lahmann- Sanatoriums vorgesehen. Die heutige Bebauung mit Siedlungshäusern stammt aus den 50er Jahren. Zwischen 1904 und 1940 befand sich hier das Luftbad Weißer Hirsch mit Liegehallen und Brausebad. Die hölzernen Baulichkeiten wurden 1946 zur Brennholzgewinnung beseitigt. Die Fischerstraße erinnert an den früheren Besitzer des Gasthofs “Weißer Adler”, Gottfried Fischer. Die Namensgebung Hainweg wurde von einem alten Flurnamen abgeleitet. Im Haus Nr. 2 lebte vor 1945 die Witwe Georg Arnholds, Stifter des Arnoldbades. Die Heinrich-Cotta-Straße erinnert an den bekannten Forstwissenschaftler Heinrich Cotta (1763-1844), der Gründer der Forstlehranstalt in Tharandt war. Ursprünglich war sie Teil eines in alten Stadtplänen als Schneise 15 ausgewiesenen Forstweges. Hier befand sich auch das Eingangstor zum früheren Waldpark (heute Bühlauer Waldgärten). Klinikum Weißer Hirsch: Das Gebäude wurde 1953/54 durch die SAG Wismut als Erholungsstätte für Bergleute des Uranbergbaureviers Freital/Gittersee erbaut. Das Nachtsanatorium verfügte über 200 Betten, die von den Arbeitern zwischen den Schichten genutzt werden konnten, sowie Räume für verschiedene Veranstaltungen. 1961 übernahm die Stadt Dresden das Objekt und richtete hier im März 1963 ein Krankenhaus ein. Der Gebäudekomplex wurde dafür nach Plänen von E. Kubin erweitert und erhielt u. a. einen Kultursaal, der auch von den Bewohnern des Stadtteils genutzt werden konnte. Ab 1972 war das Klinikum Außenstelle des Krankenhauses Dresden-Neustadt. In Zusammenarbeit mit dem Ardenne- Institut wurden hier auch neue Behandlungsmethoden angewandt, die international für Aufsehen sorgten. Nach Modernisierung wird das Krankenhaus heute als Klinikum Bad Weißer Hirsch bezeichnet. Die Hermann-Prell-Straße trug bis zur Eingemeindung nach dem Dresdner Fabrikanten Carl Emil Eschebach (1842-1905) den Namen Eschebachstraße. Eschebach gründete Ende des 19. Jahrhunderts eine Emaillewaren- und Küchenmöbelfabrik und besaß auf dem Weißen Hirsch ein Sommerhaus. 1922 wurde sie in Erinnerung an den verstorbenen Lehrer an der Kunstakademie Hermann Prell (1854-1922) umbenannt. Prell schuf u. a. einige Ausmalungen im Albertinum und im Neuen Rathaus und wohnte bis zu seinem Tod in Loschwitz. Im Haus Hermann-Prell-Straße 3 lebte bis 1945 der Kammersänger Arno Schellenberg, Mitglied des Ensembles der Staatsoper. Die Villa Elbblick (Nr. 14) wurde 1903 von Theodor Richter für Heinrich Lahmann errichtet. Später befand sich hier ein Reservelazarett und ein Sanatorium des Deutschen Roten Kreuzes. Heute dient die architektonisch interessante Villa als Bürohaus.
Foto: Villa Elbblick (Nr. 14)
Das zunächst als Villa Waldwinkel bezeichnete Gebäude erhielt eine prachtvolle Innenausstattung mit Bleiglasfenstern und Wand- und Deckengestaltungen im pompejanischen Stil, wobei Weichardt große Teile der Raumdekoration selbst entwarf. 1930 zog hier ein Heim für höhere Töchter ein. Nach 1945 nutzte die Deutsche Reichsbahn das Haus als Schulungs- und Weiterbildungszentrum. 2000 wurde das Gebäude an einen privaten Investor verkauft, rekonstruiert und ist heute Treffpunkt des Internationalen Forums für Kultur und Wirtschaft.
Nr. 10: Zu den jüngsten Gebäuden gehört das 2005 fertig gestellte Wohnhaus Hermann-Prell-Straße 10. Der ungewöhnlich gestaltete Neubau entstand nach einem Entwurf der Architektin Julia Däfler. Im Erdgeschoss befindet sich das monumentale Wandbild “Der Garten des Wissenschaftlers” von Rocco Pagel. Villa “Schau ins Land”: Das Grundstück gehörte ursprünglich zum weitreichenden Besitz des Möbelfabrikanten Carl Eschebach. Dieser ließ sich hier vor dem Ersten Weltkrieg von Theodor Richter eine repräsentative Villa errichten. Bewohner waren der Augenarzt Dr. Julius Christoph, ab 1919 die Familie Pötschke-Grunewald. 1994 wurde die Villa denkmalgerecht saniert. Der Name Hietzigstraße geht auf einen Privatmann zurück, der die Straße 1888 als Privatstraße zu seinem Grundstück anlegen ließ. Die frühere Ludwigstraße wurde 1922 nach dem Seifenfabrikanten Ludwig Küntzelmann (1826-1881) benannt. Küntzelmann war Besitzer des Gutes Weißer Hirsch und gilt als Gründer des Kur- und Villenvorortes. An ihn erinnert ein Gedenkstein an der Bautzner Landstraße. In der Ende des 19. Jahrhunderts im Schweizerstil errichteten Villa Bismarck hatte vor 1945 das Sanatorium Dr. Steinkühler seinen Sitz. Heute dient die Villa als Büro- und Wohnhaus.
Typisch für die Frühzeit des Kurortes Weißer Hirsch ist das 1885/86 vom Architekten Ferdinand Schaeffer errichtete Landhaus “Waldesruhe” (Nr. 4) im Schweizerstil. Derartige Gebäude wurden einst als Sommeraufenthalt an wohlhabende Bürger vermietet. Schaeffer entwarf auch zahlreiche weitere Häuser am Weißen Hirsch und war einige Jahre als Gemeindevorstand tätig. Im Haus Kurparkstraße 8 (Foto) verbrachte der Vater des berühmten Tenors Richard Tauber seine letzten Lebensjahre.
Markantestes Gebäude ist die 1911/12 von Max Herfurt erbaute Villa Urvasi (Nr. 17), die bis 1940 als Gästehaus des Lahmann-Sanatoriums diente. Nach 1945 bewohnten sowjetische Offiziere das Haus. Heute nutzt das DRK-Bildungswerk das Gebäude für betreutes Wohnen. Herfurt zeichnete auch für die 1914 fertiggestellte Villa Paira (Nr. 11) und die Wohnhausgruppe an der Ecke zur Collenbuschstraße verantwortlich. Am Lahmannring 19 entstand 1914 das neue Kurbad Weißer Hirsch.
Foto: Villa Urvasi um 1910 Die ehemalige Hermannstraße wurde 1922 in Lausitzer Straße umbenannt. Grund war die Verwechslungsgefahr mit einer gleichnamigen Straße im Stadtteil Strehlen. Im Wohnhaus Hermannstraße 2 wohnte zeitweise die Malerin und Graphikerin Margarete Donath. Die Lehnertstraße erinnert an den Baumeister Theodor Lehnert, der zahlreiche Gebäude auf dem Weißen Hirsch entwarf. Lehnert war u. a. Schöpfer des alten Gasthofs Weißer Hirsch (1863) und des Fridabades, Vorgänger des Lahmann- Sanatoriums. Vor 1945 hieß diese Straße Albertstraße bzw. Broizemstraße. In einer der früheren Lahmann-Villen befand sich seit 1953 eine Wochenkrippe (Nr. 4). Das Gebäude war 1895 als Villa Mathilde errichtet und 1908 durch Max Herfurt umgebaut worden. Das Gebäude Lehnertstraße 1 entstand 1899 als Villa “Minna” (später Villa “Bertha”) und befand sich im Besitz der Familie Lahmann. Ab 1939 wohnte hier der Chefarzt des Lahmann-Sanatoriums. Nach 1945 wurde die Villa durch sowjetische Offiziere genutzt und beherbergte zeitweise Probenräume des Blasorchesters der Deutschen Volkspolizei. 2008 erfolgte eine umfassende Sanierung.
Der Straßenname Materniweg ist vom Dresdner Maternihospital abgeleitet, welches zu den ältesten Sozialeinrichtungen der Stadt gehörte. Hier entstand um die Jahrhundertwende eine von Heinrich Lahmann initiierte Radfahrbahn, auf der die Kurpatienten in der “Kunst” des Fahrradfahrens unterwiesen wurden. Das Institut war eine von drei gleichartigen Einrichtungen auf dem Weißen Hirsch und existierte bis 1906. Im Haus Materniweg 3 wohnte in den 30er Jahren Karl von Appen, Bühnenbildner an der Semperoper. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch. Der Name Mönchsholz geht auf einen alten Flurnamen zurück, der 1420 im Zusammenhang mit dem Altendresdner Augustinerkloster entstand. Die Mönche hatten zu diesem Zeitpunkt einen Teil des Heidewaldes auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Weißer Hirsch vom Markgrafen geschenkt bekommen, um hier Holz schlagen zu dürfen. Mit Auflösung des Klosters 1541 fiel die Fläche wieder an den Kurfürsten zurück. 1589 ist das Areal als “Münnicheholtz” in den Urkunden verzeichnet. In den Zwanziger Jahren entstanden am Mönchsholz zweigeschossige Doppelhäuser einer kleinen Siedlung. Die von Baumeister Paul Müller nach einem einheitlichen Konzept entworfenen Häuser wurden 1927 fertiggestellt und gehörten dem Spar- und Bauverein Bühlau & Umgebung. Bewohner waren meist Angestellte, städtische Beamte und Handwerker, die ihre Wohnungen später käuflich erwerben konnten. 1993 wurde die gesamte Anlage unter Denkmalschutz gestellt und saniert.
Fotos: Wohnsiedlung Mönchsholz Die Neugersdorfer Straße wurde früher als Grase- bzw. Grenzweg bezeichnet, da hier die Flurgrenze zu Bühlau verlief. Nach der Eingemeindung hieß sie zunächst Danziger Straße, ab 1967 Neugersdorfer Straße. Die Oskar-Pletsch-Straße erinnert an den Maler und Illustrator Oskar Pletsch (1830-1888), der vor allem mit seinen Illustrationen für Märchen- und Kinderbücher bekannt wurde. Pletsch studierte zwischen 1846 und 1850 an der Dresdner Kunstakademie und lebte ab 1872 in Niederlößnitz (heute Stadtteil von Radebeul). Bis 1946 trug diese Straße den Namen Niddastraße. Namenspatron war der Generalleutnant Krug von Nidda, der einige Jahre dem Generalstab der sächsischen Armee angehörte.
Die Oskar-Zwintscher-Straße erhielt ihren Namen nach dem Porträt- und Landschaftsmaler Oskar Zwintscher (1870-1916). Zwintscher war ab 1903 an der Kunstakademie als Professor beschäftigt und liegt auf dem Loschwitzer Friedhof begraben. Zwischen 1945 und 1991 trug die Straße den Namen Hans-Schubert-Straße. Schubert lebte von 1905 bis 1947 und war während des Zweiten Weltkriegs im Strafbataillon 999 eingesetzt. Zwei Jahre nach Kriegsende verunglückte der Antifaschist in der Dresdner Heide. Die Preußstraße erinnert an den Schöpfer des Wahlgesetzes der Weimarer Republik, Hugo Preuß (1860-1925). Preuß war zwischen November 1918 und Juni 1919 zunächst Staatssekretär, danach Innenminister des Deutschen Reiches. Bereits in den Zwanziger Jahren hatte die Preußstraße diesen Namen erhalten, wurde später jedoch zeitweise als Hindenburgstraße und Scheubnerstraße bezeichnet. Nach 1945 bekam sie ihren ursprünglichen Namen zurück.
Ab 1948 diente die Villa als Gästehaus der Landesregierung. Hier wohnten zeitweise der sächsische Ministerpräsident Max Seydewitz (später Leiter der Staatlichen Kunstsammlungen) und der Schriftsteller Martin Andersen-Nexö. 1953 bis 1957 lebte Generalfeldmarschall a. D. Friedrich Paulus im Haus, der als Verlierer der Schlacht von Stalingrad in sowjetische Gefangenschaft geraten war. Nach dessen Tod wurde die Villa Gästehaus der DDR-Regierung und der NVA. Im Mai 1968 bereiteten hier Walter Ulbricht und die Staatschefs der befreundeten Staaten in geheimen Gesprächen den Einmarsch in die CSSR zur Niederschlagung des “Prager Frühlings” vor. Die nach 1990 leerstehende Villa wurde 1998 an einen privaten Investor verkauft und dient heute Wohnzwecken. Der Name Rißweg geht auf einen alten Flurnamen zurück. Zu den bekanntesten Gaststätten am Weißen Hirsch gehörten die “Felsenburg” am Rißweg 68 und die “Erholung”, die früher von vielen Prominenten besucht wurden. Architektonisch interessant ist das 1911 an der Ecke zur Steglichstraße errichtete Wohn- und Geschäftshaus Rißweg 70 mit einem turmartigen Runderker. Felsenburg: Das Restaurant und Hotel “Felsenburg” entstand um 1880 nach Plänen von Adolf Hietzig und gehörte zu den bekanntesten Pensionen am Weißen Hirsch. Zwischen 1916 und 1919 wohnte der Maler Oskar Kokoschka im Haus und versammelte hier eine kleine Künstlerkolonie um sich, zu der u. a. der Schriftsteller Walter Hasenclever, der Filmemacher Hans Janowitz und der Schauspieler Heinrich George gehörten. Regelmäßig waren auch Künstlerfreunde zu Gast. Als eines der Dresdner Zentren des Expressionismus war das Gebäude Motiv einiger Bilder Kokoschkas. Nach vorübergehender Schließung während des Zweiten Weltkriegs wurde das Hotel noch bis in die 70er Jahre betrieben. 1998 erfolgte eine umfassende Sanierung des Gebäudes, welches dabei zum Wohnhaus umgebaut wurde.
Fotos: ehemalige Gaststätten am Rißweg: links die “Felsenburg”, rechts die “Erholung” Erholung: Die Gaststätte entstand Ende des 19. Jahrhunderts am Rißweg 39 und bot vor allem sächsische Hausmannskost an. Zu den prominenten Gästen des Lokals gehörten Rainer Maria Rilke, Adele Sandrock, Theo Lingen, Marika Rökk und Heinz Rühmann, die als Kurgäste im Ort weilten. Nach 1945 wurde die Gaststätte geschlossen und erst 1988 wieder eröffnet. Bis 1996 bewirtschaftete die Familie Pattis die “Erholung” und erhielt für ihr Restaurant als einzige Gaststätte in Dresden einen Michelin-Stern. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus. Der Säugrund, einst auch als sumpfiger Grund bezeichnet, verbindet das Waldgebiet der Dresdner Heide mit dem Loschwitzgrund. Wegen der Wildschweine, die diesen Pfad als Suhle und Weg zur Tränke am Loschwitzbach benutzten, erhielt der Grund seinen Namen. Der Silberweg am Rathauspark verdankt seinen Namen der Wohltäterin Helene Silber, die der Gemeinde Weißer Hirsch 4.400 Taler zu gemeinnützigen Zwecken stiftete. Der Straßenname Sonnenleite geht auf einen früheren Flurnamen zurück. Im Haus Nr. 3 besaß der Gründer der Dresdner Bank, Gustav von Klemperer, einst eine Sommerwohnung. Weitere Villen wurden kurz vor dem Ersten Weltkrieg errichtet, u.a. die Villa “Lotte” (Nr. 8) und das Nachbarhaus Nr. 10. Ab 1927 gab es auf der Sonnenleite 33 die Dampfwaschanstalt Weißer Hirsch. Das von der Familie Wolff betriebene Unternehmen existierte noch bis in die 60er Jahre, zuletzt als Betriebsteil der städtischen Wäscherei. Heute befinden sich in dem noch erhaltenen Gebäude Wohn- und Büroräume.
Foto: Villen prägen das Straßenbild an der Sonnenleite Die Stangestraße erinnert an den Kaiserlich-Russischen Collegienrat Nicolaus Stange, der um 1873 das Grundstück Bautzner Landstraße 17 besaß. Stange war auch Förderer des Baus einer eigenen evangelischen Kirche für den Ort, die 1889 nach Plänen des Architekten Schaefer entstand. Die Straße wurde bis zur Eingemeindung Mittelstraße genannt. Bis zu seinem Tod 1940 bewohnte der Unternehmer und Bankier Arthur Pekrun die Villa “Paulus” auf der Stangestraße 2. Pekrun war Mitinhaber des Bankhauses Menz, Pekrun & Co. (Prager Straße 50) und wurde als Obstbauexperte bekannt. Der auf diesem Gebiet autodidaktisch Tätige verfasste um 1903 zwei Fachbücher über Zucht und Schnitt von Obstgehölzen, die über Jahrzehnte als Standardwerke dieses Fachgebietes verlegt wurden. Außerdem setzte er sich für den weiteren Ausbau der Kuranlagen am Weißen Hirsch ein und initiierte als Mitglied des Verschönerungsvereins Weißer Hirsch 1905 die Anlage des Konzertplatzes. Die Stechgrundstraße erhielt ihren Namen nach einer Flurbezeichnung. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der Verschönerungsverein Weißer Hirsch/Oberloschwitz am Ende des Stechgrundes (heute Collenbuschstraße) einen Monolith errichten. Mit zwei steinernen Ruhebänken war dieser Platz Teil der neuen Kuranlagen, die die Attraktivität des Ortes erhöhen sollten. Villa Emma: Bemerkenswertestes Gebäude an der Stechgrundstraße ist die 1903 entstandene Villa “Emma” unmittelbar neben dem Parkhotel. Bauherr war der Hoftraiteur Wilhelm Würfel, Besitzer des Waldparkhotels in Blasewitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Villa von der Roten Armee beschlagnahmt und erst 1960 wieder zurückgegeben. Später diente sie als Fremdenheim, nach 1990 dann als Gästehaus des Goethe- und des Max-Planck-Institutes. Zu den Gästen des Hauses gehörten u.a. die Stargeigerin Vanessa Mae, der Sänger Bob Dylan und der frühere Außenminister Joschka Fischer. 2006 wurde das historische Gebäude saniert und als Hotel wiedereröffnet. Die Steglichstraße, früher auch als Pferdeweg bezeichnet, erhielt ihren Namen nach dem Kommunalpolitiker Steglich (1858-1920), der als erster Sozialdemokrat in den Loschwitzer Gemeinderat einzog. Der alte Verbindungsweg nach Loschwitz wurde 1924 im Zuge von Notstandsarbeiten ausgebaut. Zwischen 1933 und 1945 hieß die Straße Hechenberger Straße. Die Straußstraße wurde nach dem früheren Loschwitzer Kirchschullehrer Moritz August Strauß (1835-1904) benannt, der zugleich auch Mitglied des Gemeinderates in Loschwitz war.
Die Zeppelinstraße wurde nach dem Erfinder des Luftschiffs, Graf Zeppelin benannt. 1960 bezog man einige der Villen in das Forschungsinstitut Manfred von Ardennes ein. Zu diesen gehörte u.a. das 1912 für den Fabrikbesitzer Georg Meißner errichtete neobarocke Landhaus Nr. 7. Die Entwürfe stammen vom renommierten Dresdner Architektenbüro Lossow & Kühne. Die auf dem Grundstück befindliche Sternwarte entstand 1969 und bildet einen markanten Blickpunkt am Elbhang. Heute leben und arbeiten hier die Nachkommen des 1997 verstorbenen Physikers. Der Name Zwanzigerstraße geht auf die sogenannten “Zwanziger” zurück. So wurden früher die Treiber bei Hofjagden genannt, da diese in Trupps zu je 20 Männern eingesetzt wurden, um das Wild aufzuscheuchen und vor die Flinten der Hofgesellschaft zu treiben. Treffpunkt der Männer aus Loschwitz und Bühlau war der “Weiße Adler”.
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