Helfenberg

Postleitzahl: 01328


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Die kleine Siedlung Helfenberg oberhalb des Helfenberger Grundes bestand vermutlich bereits zu slawischer Zeit, wurde jedoch erst 1349 urkundlich erwähnt. Einst war sie im Besitz der Burggrafen von Dohna. Im Helfenberger Grund befand sich eine mittelalterliche Wehranlage, die seit dem 16. Jh. verfiel und heute nur noch in Resten vorhanden ist. Nach Aufgabe dieser Burg wurde der Sitz des Rittergutes in den Ortskern verlegt. Burg und Ort waren zeitweise im Besitz der Herren von Karras und gingen 1535 in die Hände der Familie von Carlowitz über. Aus dieser Zeit stammt auch das erste Herrenhaus als Mittelpunkt der kleinen Rittergutssiedlung. 1543 belehnte Kurfürst Moritz seinen Oberforstmeister Hans von Dehn-Rothfelser mit der Herrschaft Helfenberg und Schönfeld. Zum Helfenberger Gut gehörten auch einige Gärtnereien, eine Ziegelei, Brauhaus, Mühlen, Fischteiche sowie mehrere zinspflichtige Dörfer.

Eng verbunden war der Ort mit dem benachbarten Dorf Rockau, zu dem Helfenberg nach 1945 eingemeindet wurde. Das frühere Rittergut wurde nach der Bodenreform Sitz einer LPG, die sich 1971 der Bühlauer LPG “Neues Leben” anschloss. Die Schlossbrauerei stellte 1960 ihren Betrieb ein. 1994 wurde Helfenberg mit Rockau Teil der neugebildeten Gemeinde Schönfeld-Weißig und kam am 1. Januar 1999 als Stadtteil zu Dresden.

 

Herrenhaus:

Das Herrenhaus entstand im 16. Jahrhundert als Sitz des Helfenberger Rittergutes, wobei für den Bau auch Abbruchmaterial der alten Burg Verwendung fand. Das heutige Gebäude stammt von 1775 und wurde um 1800 von Thormeyer klassizistisch umgestaltet (Foto). Zwischen 1806 und 1811 wurde um das Gut ein kleiner Landschaftspark mit wertvollen Gehölzen angelegt. Das Helfenberger Herrenhaus befand sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz des englischen Lords Findlater, der es über seinen Privatsekretär Johann Georg Fischer erworben hatte. Nach Findlaters Tod 1811 vermachte er die Gutswirtschaft an Fischer, der hier bis zu seinem Tod 1860 lebte. 1878 übernahmen die Wettiner das Gut und ließen es von wechselnden Pächtern bewirtschaften.

Das bis 1918 in königlichem Besitz befindliche Helfenberger Rittergut wurde im Zuge der Bodenreform 1946 enteignet und ging in Volkseigentum über. Einige Gebäude des Gutshofes fielen daraufhin dem Abbruch zum Opfer. 1948 sollte auch das Schloss dem Bau von Neubauernhöfen weichen, was jedoch verhindert werden konnte. Das frühere Herrenhaus diente danach u. a. als Schule, Sitz einer LPG und Reparaturstützpunkt. Die erhaltenen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. 2006 erwarb ein Künstlerehepaar das Schloss und begann mit dessen Restaurierung.

Zum Helfenberger Rittergut gehört auch ein kleiner Park, der in seinen Grundzügen auf den im englischen Stil gestalteten Landschaftspark Findlaters zurückgeht. Hier befindet sich auch das Mundloch des durch den Park fließenden Baches, welches in den Kriegsjahren als Luftschutzbunker genutzt wurde. Der Legende nach soll es Rest eines Geheimganges zwischen Helfenberg und dem Schloss in Schönfeld sein. In der Zeit nach 1945 verlor der Park viel von seinem ursprünglichen Reiz, da Teile des Areals parzelliert und von Kleinbauern genutzt wurden. Weitere Parkflächen verwilderten. Auch der frühere Teich und einige wertvolle Gehölze sind heute nicht mehr erhalten.

Helfenberger Nachrichten

05. Mai 2008: Das Helfenberger Schloss wird derzeit von einem Dresdner Ehepaar saniert und als Wohnhaus umgebaut. Neben der historischen Fassade sollen auch aufgefundene Reste der Innenausstattung erhalten bleiben. Im Gebäude der früheren Brauerei befindet sich künftig eine Keramikwerkstatt.

 

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