Straßen und Plätze in Wachwitz


Agneshöhe

Die Agneshöhe in der Siedlung am Wachberg erhielt ihren Namen 1936 nach der Ehefrau des Malers Woldemar Hottenroth, der viele Jahre in Wachwitz lebte. Am Ende der Straße liegt ein gleichnamiger Aussichtspunkt.

Altwachwitz

Der frühere Dorfplatz von Wachwitz wurde nach der Eingemeindung Altwachwitz genannt. Hier befindet sich der Kern des Ortes mit zahlreichen Fachwerkhäusern. Die ursprüngliche Form des slawischen Rundlings ist durch bauliche Veränderungen und den Ausbau der Pillnitzer Landstraße kaum noch zu erkennen. In der Mitte des Platzes stand früher der Dorfbrunnen mit der Linde. Seit dem 19. Jahrhundert wurden in den früheren Häusleranwesen teilweise kleine Geschäfte und Gewerbebetriebe eingerichtet.

Bemerkenswert sind die Fachwerkhäuser Altwachwitz 1, 3 (ehem. Dorfschmiede) und 4. An letzterem weist ein Schlussstein von 1824 mit einem Fisch auf das Gewerbe der früheren Besitzer hin. Später befand sich hier eine Schuhmacherwerkstatt. Das Gebäude Nr. 5, vermutlich um 1700 erbaut, ist eines von zwei Umgebindehäusern im Ort, welche eigentlich nur in der Oberlausitz verbreitet sind. Weitere Gebäude mussten dem Straßenausbau und der folgenden Neubebauung einiger Grundstücke weichen. Erhalten blieben die Fachwerkhäuser an der Zufahrt zur “Elbterrasse” (Nr. 10 und 12), die zu den malerischsten Ensembles des Ortes gehören. Im Gebäude Altwachwitz 9 befand sich viele Jahre die Poststelle des Ortes.

Brunnenhaus: Das kleine Gebäude entstand 1886 an Stelle des früheren Dorfbrunnens, nachdem der Ort Wasseranschluss erhalten hatte. Hier befanden sich eine Verteilerstation für die Leitungen der einzelnen Grundstücke und eine öffentliche Tränke mit Sandsteintrog und einem Wasserspeier in Form eines Delphins. Die Quelle wird von den Wachwitzern auch “Elefantenbrunnen” genannt, da hier 1917 ein als Zugtier eingesetzter Elefant des Zirkus Sarrasani getränkt wurden. Um 1925 entstand im Gebäude eine Schaltstelle des Telegraphenamtes. 1988 wurde unmittelbar neben dem Brunnenhäuschen ein Hochwassergedenkstein aufgestellt, der sich zuvor an der Brücke über den Wachwitzbach befunden hatte.

Gaststätte Elbterrasse: Das Gebäude (Altwachwitz 14) bildet den südlichen Abschluss des Dorfplatzes in Richtung Elbe. 1870 wurde hier die Gaststätte “Elbterrasse” eingerichtet, welche sich damals im Besitz der Familie Reißig befand. Zwischen 1980 und 1991 bewirtschaftete der Konsum das Lokal. Nach einer längeren Schließzeit wurde die Gaststätte im August 1996 wieder eröffnet. Neben verschiedenen Gasträumen und einem Biergarten am Elbufer gibt es auch einige Pensionszimmer. Am Nachbarhaus sind mehrere Hochwassermarken zu sehen, welche an frühere Elbefluten erinnern. Der schmale Weg zum Elbufer führte früher zum 1960 abgerissenen Fährhäuschen, an dem die heute eingestellte Fähre nach Tolkewitz abfuhr.
 

 


Am Steinberg

Die Straße Am Steinberg führt vom Dorfkern am Elbufer zur Josef-Herrmann-Straße und von dort als Teil des alten Wachwitzer Kirchweges weiter in Richtung Loschwitz. Auch hier befanden sich bis ins 19. Jahrhundert Weinberge, die wegen ihrer Zugehörigkeit zum Wachwitzer Rittergut als Herrenberge bezeichnet wurden. Im unteren Teil stehen noch einige Fachwerkhäuser (Nr. 16 und 18). Ältestes Gebäude ist das Winzerhaus Am Steinberg 9 (Foto), welches Ende des 19. Jahrhunderts zum Sommersitz des sächsischen Ministers Dr. Conrad Wilhelm Rüger umgebaut wurde. Bis heute sind noch Teile der parkähnlichen Anlage und der Innenausstattung erhalten geblieben.

Die meisten Gebäude entstanden jedoch erst im 19. Jahrhundert und waren im Besitz wohlhabender Dresdner Unternehmer und Künstler. Der Maler Woldemar Hottenroth bewohnte mit seiner Familie ab 1856 das Haus Am Steinberg 15, bevor sich sein Sohn 1905 auf dem Nachbargrundstück von Wilhelm Kreis eine Villa errichten ließ (Nr. 13). Die Villa “Asta” (Nr. 11), befand sich ursprünglich im Besitz von Justus Friedrich Güntz und diente ab 1951 als Kinderheim. Weitere Hausbesitzer am Steinberg waren der Dichter und Shakespeare-Übersetzer Wolf Graf von Baudissin (Nr. 3) und der Miteigentümer der Koch & Sterzel AG, Dr. Franz Josef Koch (Nr. 5).

Villa Baudissin (Nr. 3): Das Haus entstand Anfang des 19. Jahrhunderts auf einem Wachwitzer Weinbergsgrundstück. 1840 erwarb die aus der wohlhabenden Bankiersfamilie Kaskel stammende Sophie von Baudissin das Areal und bewohnte es bis 1878 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Übersetzer Wolf Heinrich Graf von Baudissin. Hier entstanden einige seiner bedeutendsten Übersetzungen, u.a. der Dramen Shakespeares und des Gesamtwerkes von Molière. Regelmäßig traf sich das Paar in seinem Wachwitzer Sommersitz mit befreundeten Künstlern.

Das Gebäude besaß ursprünglich nur zwei Stockwerke, wurde jedoch um 1860 aufgestockt. Um 1900 teilten die Besitzer die Villa in Mietwohnungen auf ließen ein zusätzliches Treppenhaus an der Rückseite anbauen. 2009 wurde das Haus unter Wahrung der denkmalgeschützten Fassade und vieler Architekturdetails saniert.

Lippoldsche Villa (Nr. 5): Das nach seinem ersten Besitzer benannte Haus entstand 1921. Später wohnte hier der Unternehmer Dr. Franz Josef Koch, welcher 1904 mit einem Geschäftspartner die Elektromaschinenfabrik Koch & Sterzel gegründet hatte. Beim Bau der Villa wurde ein Urnengräberfeld der “Billendorfer Kultur” aus der Eisenzeit entdeckt, welches auf eine frühgeschichtliche Besiedlung der Gegend hinweist.

Villa Wollner: Das Gebäude (Am Steinberg 14) geht in seinen Grundzügen auf das 18. Jahrhundert zurück und gehört zu den größten am Wachwitzer Elbhang. 1861 erwarb der Herausgeber des “Dresdner Anzeigers” Justus Friedrich Güntz den früheren Weinberg und ließ sich 1875 das bestehende Wohnhaus zur Villa umbauen. Außerdem entstand eine Gärtnerei zur Zucht von Ananaspflanzen mit Wasserturm. Der zugleich als Aussichtsturm dienende Bau wurde 1959 gesprengt. Weitere Gebäude dienten als Kutscherhaus (Nr. 12), Gärtnerhaus  (Nr. 10) und Geflügelhaus (Wollnerstraße 14).

1881 kam das Grundstück in den Besitz des Großindustriellen Julius Robert Spies. Dessen Schwiegersohn, der Fabrikbesitzer Robert Wollner, beauftragte 1906 Wilhelm Kreis, die Villa im Neobarockstil zu erweitern. Das schlossartige Anwesen erhielt eine neue Zufahrt, großzügige Treppen- und Terrassenanlagen und einen Park mit Plastiken und einem Teepavillon. Als Verbindung zur benachbarten Villa “Asta” wurde eine Brücke errichtet. Nach Wollners Tod wechselte das Haus mehrfach seinen Besitzer und diente seit 1951 als Kinderheim, später als Wohnheim der Pädagogischen Hochschule. Heute befinden sich hier Wohnungen.

Foto: Die Villa Wollner mit Brücke über die Straße Am Steinberg

Barfußweg

Der Barfußweg wurde 1934 so benannt, da er von den Kurgästen der früheren Kuranstalt Hermann Klenckes zum Barfußlaufen genutzt worden war. Ältestes Gebäude ist das Haus Nr. 4; die anderen Wohnhäuser entstanden erst in den 1930er Jahren.

Eichendorffsteig

Der Eichendorffsteig verbindet den Wachwitzgrund mit dem auf der Höhe gelegenen Stadtteil Rochwitz. Seinen Namen erhielt er 1907 nach dem Dichter Joseph von Eichendorff. An dessen nicht verbürgten Aufenthalt in Wachwitz erinnert eine Gedenktafel an einem Felsen.

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Hottenrothstraße

Die Siedlung an der Hottenrothstraße entstand ab 1928 durch die “Siedlervereinigung Wachwitz und Umgebung”. Nach einem Bebauungsplan von Edmund Schuchardt wurden hier bis 1939 mehrere Einfamilien- und Doppelhäuser errichtet. 1931 erhielt die Straße den Namen des Wachwitzer Malers Woldemar Hottenroth. Auch die benachbarte Waldmüllerstraße erinnert an einen zeitweise in Wachwitz lebenden Künstler - den Dichter Robert Waldmüller. Weitere Straßen in diesem Gebiet wurden nach dem Schriftsteller Otto Ludwig und der Ehefrau Hottenroths benannt (Agneshöhe).

Josef-Herrmann-Straße

Der Name Josef-Herrmann-Straße erinnert an den bekannten Opernsänger Josef Herrmann (1903-1955), der ab 1939 an der Dresdner Staatsoper engagiert war. Herrmann gehörte nach 1945 zu den Aktivisten des wiederentstehenden Kulturlebens in der Stadt und stand u.a. am 22. September 1948 bei der Wiedereröfnung des Schauspielhauses auf der Bühne. Die Straße selbst wurde bereits 1908 angelegt und hieß zunächst Am Königsweinberg. 1946 wurde dieser Name in Am Wachwitzer Weinberg geändert, bevor 1962 die bislang letzte Umbenennung folgte. Die Gebäude entstanden meist kurz nach der Jahrhundertwende und wurden teilweise von Wachwitzer Künstlern bewohnt.
 

 


Oberwachwitzer Weg

Der Oberwachwitzer Weg wurde vor der Eingemeindung als Pappritzer Weg bzw. Pappritzer Fußsteig bezeichnet, da er den Ort mit dem benachbarten Pappritz verband. Die Gebäude im unteren Teil stammen noch aus der dörflichen Vergangenheit des Ortes. Sehenswert sind die Fachwerkhäuser Nr. 2, Nr. 3, Nr. 5 und Nr. 10. Im Haus Nr. 6 befand sich ab 1862 die frühere Wachwitzer Schule. Weitere Gebäude entstanden im 19. Jahrhundert als Wohn- und Sommerhäuser wohlhabender “Zuzügler”.

Ohlsche

Der Straßenname Ohlsche geht auf eine alte Flurbezeichnung zurück, deren Bedeutung unklar ist. Früher wurde diese Verbindung auch als Rochwitzer Weg bezeichnet. Noch bis 1885 dominierten hier Weinberge, von denen einer zeitweise im Besitz von Ferdinand Avenarius war.

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Otto-Ludwig-Straße

Die Otto-Ludwig-Straße in Oberwachwitz entstand 1935 nach Erweiterung einer Kleinhaussiedlung. Der Name erinnert an einen Besuch des Schriftstellers 1844 in Wachwitz. Otto Ludwig (1813-1865) lebte ab 1849 ständig in Dresden und gehörte hier der “Montagsgesellschaft”, einem Kreis von Dichtern, Komponisten und Malern, an. Seine Wohnungen in der Innenstadt fielen 1945 den Bomben zum Opfer, sein Grab befindet sich auf dem Trinitatisfriedhof.


Pillnitzer Landstraße

 

 

Pressgasse

Die Pressgasse gehört zu den ältesten Wegen in Wachwitz und führte aus den Weinbergen zur Presse an der Pillnitzer Landstraße. Das frühere Winzerhaus wurde um 1940 abgerissen.

Schwenkstraße

Die Schwenkstraße erhielt ihren Namen 1937 nach dem Maler Georg Schwenk und dessen Vater, dem Bildhauer Friedrich Wilhelm Schwenk. Das Wohnhaus Schwenkstraße 5 wurde vom Architekten Edmund Schuchardt erbaut.

Victor-Böhmert-Weg

Der Name Victor-Böhmert-Weg erinnert an den früheren Besitzer des Grundstücks Ohlsche 12, den Geheimen Regierungsrat Prof. Carl Victor Böhmert. Die kurze Verbindungsstraße wurde 1925 angelegt.

Oberwachwitzer Bergstraße

Als erstes Gebäude in diesem Teil des Wachwitzer Elbhangs existierte seit 1896 der Klenckesche Kurberg, der später auch als “Ziegenalm” bekannt wurde. Erst nach der Jahrhundertwende begann der Ausbau eines alten Wirtschaftsweges zur Fahrstraße. Da dieser Straßenbau zunächst privat finanziert worden war, hieß der untere Teil nach dem Besitzer des hier liegenden Grundstücks zunächst Dr.-Weingart-Straße. Erst 1911 erfolgte die Umbenennung in Bergstraße. In dieser Zeit wurden an der neu angelegten Straße die ersten Villen erbaut, denen nach dem Ersten Weltkrieg weitere Wohnhäuser folgten. Dabei wurde auch das Gelände des früheren Kurberges mit einbezogen. Interessanteste Bauten sind die 1912 errichtete Jugendstilvilla Nr. 16 und die Villa Oberwachwitzer Bergstraße 42, die 1938 mit einem Ehrenpreis für vorbildliche baukünstlerische Ausführung ausgezeichnet wurde. An gleicher Stelle war zuvor der Bau einer Kirche für den Ort geplant.

“Bergnest” (Nr. 27): Das Grundstück wurde 1857 vom Schriftsteller Charles Edouard Duboc erworben, der später unter dem Pseudonym Robert Waldmüller seine Werke veröffentlichte. Auf seinem Besitz ließ er sich ein Sommerhaus errichten, welches er als “Bergnest” bezeichnete. Am Rande des Grundstück befand sich die “Klause”, in der ein Großteil seiner Werke entstand. Waldmüllers Wachwitzer Haus war im 19. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt der Künstler der Dresdner “Montagsgesellschaft”.
 


Wachwitzgrund

 

Waldmüllerstraße

Die Waldmüllerstraße wurde 1931 im Zusammenhang mit dem Bau einer Siedlung in Oberwachwitz angelegt und nach dem Dichter und Schriftsteller Robert Waldmüller benannt. Waldmüller wohnte ab 1857 in Wachwitz und war Mitglied der Dresdner “Montagsgesellschaft” sowie Präsident der “Deutschen Schiller-Stiftung”.

Wollnerstraße

Die Wollnerstraße entstand 1927 durch Ausbau eines schmalen Privatweges und wurde nach dem Besitzer des angrenzenden Grundstücks, dem Fabrikbesitzer Robert Wollner, benannt. Wollner gehörte auch dem Wachwitzer Gemeinderat an und hatte 1898 das Areal aus dem Besitz von Justus Friedrich Güntz erworben und 1908 mit einer Villa bebauen lassen (Am Steinberg 14). Kurzzeitig hieß die Straße auch Parkstraße. 1931 errichtete der Baumeister Max Riedrich eine Villa im Bauhausstil (Wollnerstraße 3), der in den Dreißiger Jahren weitere Wohnhäuser folgten.

Foto: Die Villa Wollnerstraße 3

 


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