Der Zellesche Weg gehört zu den ältesten Verkehrsverbindungen im Süden der Stadt und bestand bereits im 13. Jahrhundert. Ursprünglich verlief er von der Löbtauer Brücke über den Hahneberg und den Frankenberg bis zum Klosterhof Leubnitz. Da dieser Weg vor allem als Transportweg zwischen Leubnitz und dem Klosters Altzella genutzt wurde, dem der Klosterhof
unterstand, erhielt er den Namen Zellescher Weg. An dieser Straße lagen auch die zum Ausgang des Mittelalters untergegangenen Vorwerke Auswik (Nähe Fritz-Förster-Platz) und Boskau (am Beutlerpark).
Im 16. Jahrhundert erlangte der Weg neue Bedeutung, da hier die südliche Weichbildgrenze Dresdens verlief. Einige Abschnitte des alten Zelleschen Weges wurden nach 1870 mit den Villenvierteln der Südvorstadt überbaut. Der westlich der Zwickauer Straße gelegene Teil erhielt 1881 den Namen Nossener Straße, der Teil bis zur Hohen Straße den Namen Zellesche Straße (heute Altenzeller Straße). Die weiter östlich gelegenen Abschnitte blieben hingegen vorerst von der städtischen
Bebauung ausgeschlossen und wurden erst nach 1900 aufgehoben. In diesem Zusammenhang ging der ursprüngliche Verlauf des alten Zelleschen Weges völlig verloren Das heute als Zellescher Weg bezeichnete Reststück
zwischen Fritz-Foerster-Platz und Teplitzer Straße blieb sogar bis 1950 weitgehend unbebaut. An der Ortsgrenze von Zschertnitz bestanden einige Handelsgärtnereien. Ein in den Dreißiger Jahren begonnener Ausbau der
Straße als Teil des geplanten Tangentenringes konnte erst im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes 1975 vollendet werden. Ab 1949 verkehrte hier bis zu ihrer Stillegung 1974 Dresdens einzige O-Bus-Linie. Heute dominieren am Zelleschen Weg Bauten der TU. Bereits in den 50er Jahren waren
Lehr- und Verwaltungsgebäude der Mathematischen Fakultät und des Institutes für Holztechnologie entstanden. Außerdem wurden einige Studentenwohnheime errichtet.
1978 wurde an der Ecke Zellescher Weg/ Bergstraße die Neue Mensa eröffnet. Vor dem Gebäude steht der “Stahlmast mit Faltungen”, der vom bekannten Dresdner
Metallgestalter Hermann Glöckner geschaffen wurde. Die verbliebenen Freiflächen, zuletzt als Sportanlagen genutzt, verschwanden nach 1990 zugunsten des Kongress- und
Messezentrums “drepunkt” und der neuen Staats- und Universitätsbibliothek (Foto). Die Eröffnung dieser modernsten Bibliothek Deutschlands erfolgte im Oktober 2002.
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