![]() |
Die nördlich des Dorfkerns gelegene Alnpeckstraße verdankt ihren Namen der Familie von Alnpeck, die zwischen 1512 und 1620 Besitzer der Rittergüter Oberlockwitz und Nickern war. Georg Alnpeck war Bürgermeister der reichen Bergstadt Freiberg und hatte 1512 die Gutsherrschaft erworben. Neben den Schlössern Lockwitz und Nickern erinnern auch einige historische Grabdenkmale in der Leubnitzer Kirche und ein Glasfenster mit Familienwappen in der Kirche von Leuben an diese Familie.
Foto: Blick in die Alnpeckstraße Als Altnickern wird seit der Eingemeindung des Ortes der frühere Dorfplatz bezeichnet. Ursprünglich bestand dieser aus fünf Bauerngütern und einigen Häusleranwesen. Bauliche Veränderungen erfolgten nach 1622 bei der Umgestaltung des Rittergutskomplexes. Heute ist nur noch ein Gehöft erhalten geblieben (Nr. 16). Das Wohnstallhaus von 1794 gehörte einst als Beigut zum Rittergut. Weitere Gebäude, darunter der alte Gasthof, fielen 1945 einem Luftangriff zum Opfer bzw. wurden in den Nachkriegsjahren bei einem Brand zerstört. An die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erinnert ein Gedenkstein.
Fotos: Dorfkern Altnickern mit Gedenkstein für die Opfer des 13. Februars 1945 Die Straße schließt den alten Nickerner Dorfkern nach Süden ab und trägt ihren Namen nach dem Geberbach, der oberhalb von Kauscha entspringt und im Anschluss den reizvollen Gebergrund durchfließt. Ursprünglich wurde die hier gelegene Häuslersiedlung Auf dem Hahne (Hahne = Hain) genannt. Die Arno-Schellenberg-Straße entstand 1999 im Zusammenhang mit der Erschließung einer Einfamilienhaussiedlung südlich des Nickerner Dorfkerns. Benannt ist die Straße nach dem Opernsänger Arno Schellenberg (1903-1983), welcher zwischen 1933 und 1974 an der Staatsoper engagiert war. Schellenberg wirkte in dieser Zeit an zahlreichen Uraufführungen und Premieren mit und war ab 1956 auch als Professor an der Musikhochschule tätig. Die Büttigstraße erinnert an den früheren Staatsrat Wilhelm August Büttig (1809-1879) und dessen Neffen Ernst Leberecht Büttig, welche Ende des 19. Jahrhunderts ein Vermächtnis zum Bau einer Schule errichteten. 1884 konnte dieses neue Schulhaus an der Fritz- Meinhardt- Straße eingeweiht werden. Wilhelm August Büttig, geboren in Nickern, studierte in Leipzig Medizin und war später Leibarzt des Großfürsten Konstantin Nikolajewitsch Romanow in St. Petersburg. Die im Zusammenhang mit dem Bau einer Eigenheimsiedlung Ende der 90er Jahre angelegte Straße verdankt ihren Namen der Opernsängerin Dora Anna Zschille-Weydling (1906-1997), die viele Jahre an der Dresdner Staatsoper wirkte. Die Elfride-Trötschel-Straße im 1998 angelegten Nickerner Wohnpark wurde nach der Kammersängerin Elfride Trötschel (1913-1958) benannt, die als junge Sopranistin 1934 von Karl Böhm an die Dresdner Oper verpflichtet wurde. Als Mitglied des Ensembles wurde sie später weltberühmt und trat auf Gastspielreisen in aller Welt auf. Die Erna-Sack-Straße im Wohnpark Nickern, Mitte der 90er Jahre angelegt, erinnert an die auch als “deutsche Nachtigall” bekannt gewordene Opernsängerin Erna Dorothea Luise Sack (1898-1972), die ab 1935 zum Ensemble der Dresdner Staatsoper gehörte und eine der gefragtesten Sopranistinnen ihrer Zeit war. U.a. wirkte sie bei der Uraufführung der Oper “Die schweigsame Frau” von Richard Strauss mit und trat auf zahlreichen internationalen Bühnen auf. 1972 verstarb Erna Sack in Mainz. Die Fritz-Meinhardt-Straße führt von der Dohnaer Straße nach Goppeln und durchquert dabei die Dorfkerne von Nickern und Kauscha. Als eines der ersten Gebäude entstand hier 1884 das Nickerner Schulhaus, welches heute als Kindertagesstätte dient. Weitere Häuser wurden in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg errichtet. Die Straße wurde in der Nachkriegszeit nach dem jüdischen Antifaschisten Fritz Meinhardt benannt, der ab 1927 der KPD angehörte und von den Nazis inhaftiert wurde. Fritz Meinhardt kam 1943 in der Haft ums Leben. In den Jahren nach 1990 wurde an der Fritz-Meinhardt-Straße ein Gewerbegebiet angelegt sowie der Ausbau der Straße zum Autobahnzubringer begonnen. Die Heinz-Bongartz-Straße entstand Ende der 90er Jahre im Zusammenhang mit der Erschließung des neuen Nickerner Wohnparks. Ihren Namen erhielt sie nach dem früheren Chefdirigenten der Dresdner Philharmonie Heinz Bongartz (1894-1978), der dieses Amt 1947 übernahm und das renommierte Orchester in der Nachkriegszeit wieder zu neuer Qualität führte. Künftig sollen hier Einfamilien- und Reihenhäuser gebaut werden. Mit der Namensgebung Helena-Rott-Straße wird an die Kammersängerin Helena Rott (1908-1991) erinnert, die viele Jahre dem Enseble der Dresdner Staatsoper angehörte. Auch diese Straße im “Musikerviertel” entstand im Zusammenhang mit der Umwandlung des ehemaligen Nickerner Kasernengeländes zum Wohnpark. Die Herbert-Collum-Straße im Wohnpark zwischen Nickern und Lockwitz entstand Ende der 90er Jahre und erhielt ihren Namen nach dem bekannten Organisten Herbert Collum (1914-1982), der ab 1935 bis zu seinem Tod an der Kreuzkirche in Dresden tätig war. Collum erwarb sich große Verdienste um die Pflege der Kirchenmusik in der Stadt und war Leiter des von ihm 1946 gegründeten Collum-Chores. 1960 wurde er Professor an der Musikhochschule.
Foto: Umgebaute Kasernenanlage im Wohnpark Nickern Die kurze Inger-Karén-Straße im Wohnpark Nickern verdankt ihren Namen der Opernsängerin Inger Karén von Zarembskij (1908-1972), die ab 1935 zum Ensemble der Dresdner Staatsoper gehörte. Bis 1963 war sie als eine der wenigen Altistinnen ununterbrochen Mitglied des Ensembles und so am Wiederaufbau des Kulturlebens nach 1945 beteiligt.
Die 1998 angelegte Joseph-Keilberth-Straße erinnert an den früheren Generalmusikdirektor der Dresdner Staatskapelle Joseph Keilberth (1908-1068). Keilberth war erster Leiter des Orchesters nach 1945 und maßgeblich am Wiederaufbau des Musiklebens in der Stadt beteiligt. Die Kurt-Böhme-Straße an der Ortsgrenze zu Lockwitz wurde Ende der 90er Jahre im Wohnpark Nickern angelegt und nach dem Opernsänger Kurt Böhme (* 1908) benannt. Böhme gehörte nach 1930 dem Ensemble der Dresdner Staatsoper an und trat hier in verschiedenen Rollen auf. Die Langobardenstraße geht auf einen alten, später durch den Ziegeleibetrieb unterbrochenen Verbindungsweg zwischen Nickern und Torna zurück. Nachdem hier Ende des 19. Jahrhunderts zwei germanische Gräber aus dem 6. Jahrhundert entdeckt worden waren, erhielt dieser Weg den Namen Langobardenstraße nach dem germanischen Stamm der Langobarden, welcher sich um 500 im oberen Elbtal angesiedelt hatte. Die nach 1990 im Gewerbegebiet Nickern angelegte Michaelisstraße verdankt ihren Namen dem Naturwissenschaftler Johann Gottlieb Michaelis (1704-1740). Michaelis war viele Jahre Inspektor des Dresdner Mineralienkabinetts und gilt als Begründer des Mathematisch-Physikalischen Salons. Die nach 1990 an der Ortsgrenze zu Lockwitz im Wohnpark Nickern angelegte Rudolf-Dittrich-Straße wurde nach dem Tenor Rudolf Dittrich (1903-1990) benannt, der 1929 als Opernsänger nach Dresden kam. Als Mitglied des Staatstheaters und Gesangslehrer an der Musikhochschule gehörte Dittrich zu den Persönlichkeiten des Dresdner Musiklebens, die aktiv an der Wiederherstellung der Kultur in der zerstörten Stadt beteiligt waren. Die kurze Rudolf-Kempe-Straße entstand Ende der 90er Jahre im Wohnpark Nickern. Ihren Namen erhielt sie nach dem Dirigenten Rudolf Kempe (1910-1976), der 1950-1953 Generalmusikdirektor der Staatskapelle war. Auch nach seinem Wechsel nach München blieb Kempe bis zu seinem Tod eng mit der Dresdner Staatskapelle verbunden. Auf seine Initiative geht die Tradition des “Dresdner Requiems” in Erinnerung an den 13. 2. 1945 zurück. Die Schönbergstraße wurde 1936 im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Wohnsiedlung nördlich des Nickerner Dorfkerns angelegt. Ihren Namen verdankt sie dem Geheimen Rat und Appelationsgerichtspräsidenten Gotthelf Friedrich von Schönberg, der 1692 das Rittergut Oberlockwitz erworben hatte und auch Bauherr der Lockwitzer Schlosskirche war. Auch die Tschirnhausstraße am Kaufpark Nickern wurde zur Erschließung des neuen Gewerbegebietes Mitte der 90er Jahre angelegt. Sie erinnert an den Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708), der zu den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit gehörte. Tschirnhaus befasste sich mit zahlreichen physikalischen Problemen und gilt als “geistiger Vater” des europäischen Porzellans.
|
| [Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum] |