Die Meißner Landstraße verbindet die Dresdner Ortsteile Cotta, Briesnitz, Kemnitz und Stetzsch und gehört zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen im Westen der Stadt. Bereits im Mittelalter war diese
Straße als Fahrweg ausgebaut und wurde von den Bewohnern der angrenzenden Dörfer genutzt. Ihre heutige Bedeutung erlangte sie jedoch erst im 19. Jh. nach dem Bau der Elbtalstraße nach Meißen, die den alten Höhenweg über
Brabschütz und Klipphausen ablöste. 1926 erhielt sie offiziell ihren heutigen Namen (zuvor Meißner Straße). 1938 wurde die Straße als Autobahnzubringer zur neuen Auffahrt Dresden-Altstadt ausgebaut und dabei
teilweise neu trassiert. Im Ortskern von Briesnitz entstanden so ein alter und ein neuer Streckenteil, der seit 1993 Alte Meißner Landstraße genannt wird. Auch die 1906 eröffnete Straßenbahnlinie nach Cossebaude
nutzte bis zur Einstellung 1991 diese neue Strecke. Zuvor fuhren die Bahnen über Warthaer, Roquette- und Gottfried-Keller-Straße. Cotta:
Tanzgaststätte “Constantia”:
Das Lokal entstand 1886 als “Ballsaal Constantia”und gehörte zu den bekanntesten Dresdner Vergnügungsstätten im Westen der Stadt. Das 1945 unzerstörte Gebäude wurde ab 1947 als Theaterspielstätte genutzt und 1950 zum Theater der Jungen Generation umgebaut. 2004 entstand in einem Pavillon im Garten des Grundstücks wieder eine Gaststätte, die den traditionellen Namen “Constantia” weiterführt. Zwischen Theater und Hofbrauhaus führt ein kleiner Weg zum Elbufer. An dessen Ende erinnert seit 1954 eine Gedenktafel an den Bau des
Tiefen Elbstollens, der zwischen 1836 und 1856 als Entwässerungsstollen des Zauckeroder Steinkohlenreviers angelegt wurde. Foto: Die ehemalige Tanzgaststätte Constantia - heute Theater Junge Generation Briesnitz:
Seit 1938 verläuft die Meißner Landstraße im Ortskern von Briesnitz in zwei Teilen, wobei der frühere Straßenverlauf seit 1993 als Alte Meißner Landstraße bezeichnet wird. Bemerkenswerteste Gebäude sind hier das frühere
Briesnitzer Schulhaus von 1685 (Alte Meißner Landstraße 67) und der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Pfarrhof von 1868.
Oberhalb des Gutes entstand 1887 die Ziegelei Nötzold, die zu den größten Ziegeleien im Dresdner Westen gehörte und bis in die 20er Jahre in Betrieb war. Später
wurden auf dem Gelände Wohnhäuser der Briesnitzer Eigenheimsiedlung errichtet. In der früheren Briesnitzer Dorfschmiede wurde 1994 ein rustikales Gasthaus eingerichtet (Alte Meißner Landstraße 36). Foto: Der Briesnitzer Park an der Meißner Landstraße, links einige Wohngebäude der Alten Landstraße Bürstinghauspark:
Das Areal der Parkanlage geht auf den sächsischen Oberst Joachim von Römer zurück, der sich 1768 in
der Nähe von Briesnitz ein Sommerhaus errichten ließ. Gleichzeitig entstand am Elbhang ein kleiner Park mit Gartenhaus und
einer romantischen Grotte. 1783 erwarb der sächsische Kabinettsminister Detlev Graf von Einsiedel das Grundstück und
ließ es erweitern und umgestalten. Der Einsiedelsche Garten mit einem Neptuntempel am Elbufer gehörte zu den schönsten
Landschaftsparks im Dresdner Westen. Nach dem Verkauf 1828 gehörte das Grundstück verschiedenen Dresdner Kaufleuten, darunter ab 1840 der im Textilgroßhandel zu Wohlstand gekommenen Familie Schunck. Philipp Schunck
(1776-1843) war außerdem der Schwiegervater von John Daniel Souchay, Bauherr des Schlosses Eckberg. 1875 fielen
Teile der Parkanlage, darunter auch der Neptuntempel, dem Bau der Eisenbahnstrecke nach Cossebaude zum Opfer.
Die verbliebenen Reste erwarb 1893 der Cottaer Brauereiunternehmer Ewald Bürstinghaus und ließ sie in einen öffentlichen
Park umwandeln. 1921 kam dieser als Volkspark Briesnitz in den Besitz der Stadt Dresden. Leider wurde der Park durch
den Ausbau der Meißner Landstraße 1938 geteilt und dabei teilweise zerstört. Erhalten blieb bis heute das frühere
Gärtnerhaus, welches nach dem Willen einer Bürgerinitiative künftig ein kleines Ortsmuseum und ein Kulturzentrum
aufnehmen soll. Die verbliebenen Reste der Parkanlage zu beiden Seiten der Meißner Landstraße sollen bis 2009 neu gestaltet und rekonstruiert werden. Burgward Briesnitz:
In der Nähe der Einmündung der Zschonergrundstraße erinnern einige Mauerreste an den im 10. Jh. entstandenen Burgward Briesnitz. Die an Stelle einer slawischen
Wallanlage entstandene Burg war Vorposten der Markgrafen von Meißen bei der Inbesitznahme des oberelbischen Raums durch deutsche Siedler. Die Wehranlage entwickelte
sich zum politischen und religiösen Zentrum und diente zugleich dem Schutz des Elbüberganges der “Eisernen Furt”. 1223 wurden die Befestigungsanlagen bei
Erbstreitigkeiten der Wettiner von den Thüringer Landgrafen zerstört.
Erst in den 30er Jahren des 20. Jh. konnten beim Ausbau der Meißner Landstraße einige Mauerreste freigelegt werden.
1991 erfolgten erneut Grabungen, die zur Entdeckung von Fundamenten eines Wohnturmes und einer romanischen Kirche
führten. Diese wurden 1993 in eine kleine Freilichtanlage unmittelbar an der Straße einbezogen und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (Foto). Kemnitz:
Wettinschlößchen: Das Wettinschlößchen an der Meißner Landstraße 54 entstand 1892 und wurde bis 1937 als Gaststätte
genutzt. Zum Lokal gehörte auch ein kleiner Saal für Versammlungen und Veranstaltungen. Später nutzte eine Gummiwarenfabrik die Räume. In den Nachkriegsjahren übernahm das Theater der Jungen Generation den früheren
Gasthof als Lager für Theaterrequisiten. Heute befindet sich im Gebäude ein privates Filmstudio. |